Das Polizeiorchester Bayern mit Sitz in München ist ein professionelles Blasorchester der Bayerischen Polizei und das einzige des Freistaates Bayern. Aus ursprünglich einmal 30 Polizisten entwickelte sich ein konzertantes Blasorchester aus 46 studierten Berufsmusikerinnen und -musikern auf höchstem Niveau. Bei einem Benefizkonzert zugunsten sozialer Projekte des Rotary Clubs Bad Kissingen gastierte das Orchester unter der musikalischen Leitung von Johann Mösenbichler jetzt im Bad Kissinger Regentenbau.


Erstaunliche Bandbreite

Mit einem beeindruckenden Programm das vom Franz Schuberts "Militärmarsch Nr. 1" bis zu Schlagern von Udo Jürgens reichte, zeigte das Orchester eine erstaunliche Bandbreite an symphonischer Blasmusik. Mit gut besetzten Registern erlangte das Orchester einen ausgewogenen Eindruck und beeindruckte durch eine beachtliche Klangfülle. Da harmonierte gleichbleibend die Dynamik und Rhythmus das Konzert hindurch.

Mit viel Engagement und Körpereinsatz leitete Johann Mösenbichler die Musiker durch die anspruchsvolle Konzertliteratur, gab präzise den Musikern, darunter 14 Frauen, den Einsatz und rundete so den überaus positiven Eindruck des Orchesters ab.

Aber auch solistisch zeigten die Musiker innerhalb der unterschiedlichen Stücke eine beachtliche Leitung. So Wolfgang Koch (Flügelhorn) mit "Share My Yoke" von Joy Webb oder Eva Sinn (Altsaxofon) und Matthias Schmitt (Posaune) bei der "Jazz-Suite Nr. 2" von Dmitri Schostakowitsch. Überaus imponierend auch Christiane Feig an der Solo-Oboe, die bestechend ihre Solopassagen intonierte. Christiane Feig ist in Bad Kissingen durch ihre vielen Auftritte in der Erlöserkirche bekannt und genießt, dank ihrer brillanten Soli, einen hervorragenden Ruf als Solistin in der Kurstadt. Herausragende Werke und überaus anspruchsvoll waren die "Festliche Ouvertüre" op. 96 von Dmitri Schostakowitsch und "Highlights from Riverdance".

Die "Festliche Ouvertüre" ist ein imposantes Werk, schon in der originalen Orchester-Version mit viel Blech. Fanfaren in romantischen Harmonien und lyrische Melodien bestimmen gleichermaßen diese Ouvertüre. Die Ouvertüre komponierte Schostakowitsch im Jahr 1947. Es sollten allerdings noch sieben Jahre vergehen, bis sie 1954 in Moskau uraufgeführt wurde. Das fanfarenhafte Eröffnungsthema findet sich leicht abgewandelt auch in einem von Schostakowitschs Klavierstücken für Kinder.


Bestverkaufte U-Musik

Die Premiere von "Riverdance" fand am 30. April 1994 während einer siebenminütigen Pause des Eurovision Song Contest 1994 im Point Theatre, Dublin, statt. Seither sorgten über 10 000 Vorstellungen auf vier Kontinenten, ein Millionenpublikum am Fernseher und massenweise verkaufte Exemplare der CD und des Videos dafür, dass "Riverdance" zu einer der bestverkauften Unterhaltungsshows der Welt wurde. Beide Werke glänzen durch ihre hohen Anforderungen an die Musiker und bezauberten die Zuhörer in gleichem Maße.

Mit stehenden Ovationen honorierten die Zuhörer die einzigartigen Leistungen der Musiker, wofür drei Zugaben gerne gegeben wurden. Mösenbichler sagte zum Abschluss: "Das Konzert hat uns allen riesigen Spaß gemacht. Wenn Sie wollen, kommen wir gerne wieder." Durchs Programm führte Peter Seufert, der Erläuterungen zu den Werken und den Komponisten gab und sich bei der Zugabe von "Blue Moon" als ausgezeichneter Solist auf dem Tenorsaxofon erwies.