Regelmäßig organisiert die IGA Demos: Mit Tröten, Hupen und Ratschen fordern die Arnshäuser wie am Samstag lautstark, dass endlich ein Radweg von Bad Kissingen in den Stadtteil gebaut wird. Versprochen wurde der Bau bereits 1972 im Eingemeindungsvertrag - bis heute gibt es jedoch keinen ordentlichen Radweg.
Nachdem im Mai ein 62-jähriger Radfahrer nahe der Eisenbahnunterführung auf der Bundesstraße 286 tödlich verunglückte, gewann die Forderung der Interessengemeinschaft an Brisanz. "Es ist traurig, dass sich jetzt erst wieder etwas über einen Todesfall tut", sagt Martina Greubel, die auch im Familienbeirat der Stadt sitzt. Im Anschluss habe die IGA unter anderem in regem Kontakt mit Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) gestanden und beraten, wie weiter verfahren werden solle. "Der OB hat dann dazu eingeladen, dass mit der Stadt zusammen eine Radtour gefahren wird", schildert sie weiter.
Die Radtour gehört zu der Aktion "Stadt in Bewegung". Unter diesem Motto wolle Blankenburg in losen Abständen Unternehmungen organisieren und interessierte Bürger über aktuelle stadtpolitische Themen informieren. Am Samstag fand eben die erste Aktion zu dem Motto "Radweg Arnshausen statt". Vom Theater aus fuhren 94 Teilnehmer durch die Kurhausstraße, überquerten die Schlachthofkreuzung in Richtung Würzburger Straße/ B286 nach Arnshausen. Für den Rückweg nach Bad Kissingen wählten die Veranstalter die Route über den Schwimmbadweg, der als inoffizieller Radweg gilt.
Blankenburg erklärte, er wolle auf die Notwendigkeit eines Radweges hinweisen. Die B286 mit der Unterführung sei zu gefährlich und auf dem Schwimmbadweg würde der Oberbürgermeister seine 16-jährige Tochter "nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr fahren lassen". Die Strecke sei zu abgelegen und unübersichtlich.
"In 16 Jahren Stadtratstätigkeit bin ich noch nie so optimistisch gewesen wie jetzt, dass wir es schaffen", meint Blankenburg. Er betont, das Vorhaben parteiübergreifend mit Gerhard Eck voranbringen zu wollen. 2013 müsse etwas Konkretes in der Natur zu sehen sein - Löcher im Boden beispielsweise oder Baumaschinen vor Ort. Der aktuelle Sachstand sehe vor, den Radweg von Bad Kissingen kommend rechts der B286 zu verlegen. Der Verlauf orientiere sich parallel zu dem sich in Planung befindlichen Autobahnzubringer für die A71. Die Bahngleise würden mit einer separaten Durchpressung überwunden.
Martina Greubel zeigt sich optimistisch: "Ich hoffe, dass sich jetzt aufgrund der anstehenden Wahlen etwas tut." Stefan Greubel, Mitinitiator der IGA, klingt da etwas verhaltener: "Wir müssen schauen, dass wir jetzt den Druck auf die Politik hochhalten."
In Arnshausen sei das Thema lange genug verschlafen worden. "Man hätte schon in den 80er Jahren vehement auf den Radweg drängen müssen", findet er. Bereits vor 25 Jahren wurde ein Radfahrer in einen tödlichen Unfall in der Unterführung verwickelt.