Ganz im Zeichen des 135-jährigen Bestehens der Feuerwehr steht das kommende Wochenende in Rottershausen. Die Feier in Turnhalle bzw. am Feuerwehrhaus beginnen am Samstag, 28. Juni um 17 Uhr und werden am Sonntag, 29. Juni ab 8.45 Uhr mit Kirchenparade, Festgottesdienst, Grußworten, Ehrungen und Festbetrieb fortgeführt.

Schwerer Neubeginn nach Krieg

Die Anfänge der Feuerbekämpfung waren vergleichsweise primitiv. Lange gab es nur Ledereimer und Feuerhaken. Mit der Industriealisierung im 19. Jahrhundert verbesserte sich die Ausrüstung. Parallel dazu wurde der Feuerschutz mit der Gründung von Feuerwehren organisiert. In Rottershausen erfolgte dies am 14. April 1879 als "Freiwillige Pflichtwehr" mit Satzung, in der als Zweck "schnelle und geordnete Hilfeleistung bei Brandgefahr" angeführt ist.
Das Gründungsprotokoll unterscheidet zwischen ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern: "Ordentliche Mitglieder sind militärisch organisiert und tragen dienstliche Abzeichen. Sie teilen sich in Lösch- und Rettungsmannschaft. Zur ersteren Gruppe zählen Spritzmeister, Schlauchführer, Pumpmannschaft und Schlauchleger. Die außerordentlichen Mitglieder sind freundlich und stets förderlich durch Leistung von Beiträgen." Diese Gliederung gilt bis heute, nur mit den Begriffen Aktive und Passive.

Geräte bis heute erhalten

1908 erhielt die Wehr eine tragbare Spritze mit fahrbarem Untersatz und eine Saug- und Druckspritze, die von Pferden gezogen wurden. Beide Geräte blieben bis heute erhalten . Nach dem Ersten Weltkrieg richtete der Verein erstmals einen Feuerwehrball aus: Zutritt hatten nur Mitglieder und Damen.
Ebenfalls mit einem Tanz als Höhepunkt beging die Wehr 1929 ihr 50-jähriges Bestehen. Das Protokollbuch belegt, dass in diesen Jahren Mitglieder an Führungs- und Sanitätskursen teilnahmen. Weil es genügend Aktive gab, senkte der Verein die Dienstpflicht, die mit 18 Jahren begann, von 55 auf 45 Jahre. Während des Zweiten Weltkriegs musste allerdings wegen des Wehrdienstes die Dienstzeit bis auf 60 Jahre angehoben werden. Sogar Frauen gliederten sich ein.
Noch schwerer als 1918 fiel der Neubeginn nach 1945, da der verheerende Krieg zahlreiche Opfer gefordert hatte. Auf Anordnung der Militärregierung mussten die einst messingfarbenen Helme rot eingefärbt werden. 1949 ersetzten die Mitglieder das alte und baufällige Feuerwehrhaus in der Rainstraße durch einen Neubau, dessen Einweihung mit dem 70-jährigen Bestehen verbunden wurde. Fünf Jahre später segnete Kaplan Robert Brendel - später viele Jahre Pfarrer in Rottershausen - die neu beschaffte Vereinsfahne mit dem Leitspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".
Die folgenden Jahrzehnte verliefen reibungslos. Immer gelang es, Führungspositionen zu besetzen, die Leistungsfähigkeit zu steigern, Nachwuchs zu gewinnen und die Ausrüstung zu modernisieren. Garant der erfolgreichen Entwicklung war und ist das Miteinander, das Jung und Alt verbindet, sei es auf Festen, Kameradschaftsabenden oder beim Ferienprogramm.