Am Tag danach. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) lobt die Vorschläge von Hotel-Entwickler Feuring über den grünen Klee. Er fände die Pläne "toll", sie gefielen ihm sehr gut. Er hoffe, dass sie bald umgesetzt würden, sagte Blankenburg am Dienstag.

Von Euphorie war nichts zu spüren, als die Räte einstimmig der Konzeption "grundsätzlich" zustimmten. Es müssen viele Details geklärt werden. Endgültig sei noch nichts, so Feuring-Vertreter Matthias Lowin mehrfach. Er nannte den Entwurf einen städtebaulichen Vorschlag: "Wir können und möchten viele Details heute noch nicht festlegen." So ist unklar, wie die Fassaden gestaltet werden sollen.

Mit seinem Entwurf hatte sich Feuring im Wesentlichen gegen die früheren Einwände der Stadt durchsetzen können. Sie wird ihren Beitrag zum Vorhaben leisten. So soll die Kurzone reformiert werden, und an dieser Stelle wolle man damit anfangen, sagte Blankenburg. Dann wären dort auch Eigentumswohnungen zulässig.

Er nannte das Thema "so wichtig, dass wir es von unserer Seite nicht aufschieben sollten". Trotz der Ferien nahmen an der Sitzung 20 von 30 Räten teil.

Im Vorfeld war im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung einiges geleistet worden. "Wir sind städtebaulich auf einem guten Weg", so Städteplaner Wolfgang Russ. Der Stadtrat solle "ein Signal geben, damit es weitergehen kann". Es gehe um eine grundsätzliche Entscheidung über einen Rahmenplan.

Nicht bei jedem ist die Idee, den Hotelneubau etwas aus der Flucht zu nehmen und in Richtung Kurpark zu rücken, gut angekommen. Das monierte vor allem Christian Zoll (SPD). Diesen Vorschlag wolle er in aller Ruhe diskutieren. Er sei aber "konzeptionell einverstanden".

Klaus Bollwein (CSU) fragte nach, ob die Idee, das Hotel aus der Flucht zu nehmen, schon definitiv sei (nein) und wollte außerdem wissen, wie denn die Fassade geplant sei. Dieses Thema ist laut Lowin derzeit außen vor. Sicher sei nur, dass es französische Fenster gebe. Balkone seien durchaus denkbar.

Bernd Czelustek (SPD) begrüßte es, dass der Hotelbetreiber sich auch um das Kurhausbad kümmern wolle. Denn das sei ein Stück Bad Kissingen und ein Teil der Kurgeschichte. Sein Eindruck: "Was hier vorgestellt wurde, wird der Stadt guttun." Sie sollte alle "Steinchen" beiseiteräumen, damit möglichst bald begonnen werden kann.
Jens Bergermann (FDP) fragte, ob es in der erweiterten Tiefgarage auch Pkw-Plätze für die Öffentlichkeit geben werde. Alexander Koller (DBK) sorgte sich um den Heilquellenschutz. Das Problem sei, so Lowin, dass man den genauen Verlauf nicht kenne. Aber die Quellen müssten geschützt werden.

Geplant ist ein Haus mit fünf Sternen (nach Norm des Hotel- und Gaststättenverbandes) für Wellness, Spa, Tagungen und Kuraufenthalte. Zielgruppen sind die Generationen 50 plus, Konferenz- und Familienreisende. Betreiben soll das Haus ein international erfahrener Partner, dessen Namen Matthias Lowin (Büro Feuring) noch nicht nennen wollte.

Das neue Hotel am Kurpark soll 145 Zimmereinheiten inklusive Suiten haben. Die Tiefgarage soll erweitert werden. Vorgesehen sind 35 Zwei- bis Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen, sieben Einzelhandelsflächen, Konferenzräume, Arzt- und Behandlungspraxen, ein großzügiger Spa- und Fitness-Bereich mit Pool-Landschaft sowie eine angemessene Gastronomie und Lounge.

Feuring geht davon aus, dass die Verträge noch in diesem Jahr geschlossen werden können. Baurecht erwartet er für den Herbst 2013, die Fertigstellung wird für September 2015 angestrebt. Das dürfte möglich sein, sagte Matthias Lowin vor dem Stadtrat. ed