Achim Matusik hat seinen Beruf von Anfang an geliebt. "Wegen der Vielseitigkeit. Das reicht vom sozialen Engagement über psychologisches Verständnis bis hin zu Tätigkeiten als Hausmeister und Hauswirtschafter", schildert der Betreuer sein Aufgabenspektrum. Einfühlungsvermögen und Mitgefühl sind wichtig in seinem Job. "Man muss mit dem Herzen dabei sein", betont er.
Seit 30 Jahren arbeitet er für und mit den behinderten Bewohnern in der Würzburger Straße 21. In dieser Zeit hat er vieles erlebt. Zum Beispiel den Ventilatorbrand vor zehn Jahren mitten in der Nacht, zu dem dann die Feuerwehr anrückte. "Das war schon sehr aufregend für unsere Bewohner", erinnert sich Matusik.

Flugängste blieben aus

Schön war indes die gemeinsame Mallorca-Reise. Die befürchteten Flugängste waren kein Thema, aber am letzten Tag verlief sich kurz vor dem Rückflug der Bewohner Wolfgang. Fieberhaft machten sich die Betreuer auf die Suche. "Die Kollegen hatten schon ausgeknobelt, wer jetzt auf Mallorca bleibt. Doch im allerletzten Moment tauchte Wolfgang wieder auf", berichtet Matusik.
Denkt Matusik an das Gründungsjahr 1983, so stellt er fest: "Da hat sich bei den Bewohnern einiges getan. Sie sind im Laufe der Jahre viel selbstständiger geworden." So können einige heute am ambulanten Wohnen teilnehmen. Das wird von Roswitha Heilos-Matusik zusammen mit weiteren Mitarbeitern seit 20 Jahren betreut. Wenn auch die Zahl der Selbstständigen wächst, so bleibt doch der Bedarf für die Wohnheimplätze. "Dafür bekommen wir mehr Senioren", verweist Matusik auf den demografischen Wandel. Auch im neuen Hammelburger Haus wird eine Gruppe mit älteren Bewohnern integriert.

Ehrung treuer Mitarbeiter

Das Jubiläum am Samstag war auch eine gute Gelegenheit, langjährige Mitarbeiter zu ehren. Neben dem Ehepaar Matusik waren dies die Betreuer Jürgen Neeb, Barbara Fieseler und Gertraud Lell, die seit zehn Jahren dabei sind. In Abwesenheit wurde auch das Engagement von Gertrud Merten (20 Jahre) und Birgitt Statt (10) gewürdigt.
Karin Wolf, stellvertretende Wohnstätten-Leiterin der Lebenshilfe, stellte fest, dass in den vergangenen 30 Jahren viel bewegt wurde im Wohnheim in der Würzburger Straße. Sie genoss noch einmal das Ambiente des Gartens, wo es so schnell kein Sommerfest mehr geben wird. Nach dem Umzug ins neue Wohnheim wird in der Würzburger Straße nämlich erstmal gründlich saniert. Der Neubau in der Seelhausgasse werde frühestens im ersten Quartal 2014 bezogen, informierte Wolf.
An den Zeitgeist der ausgehenden 70er Jahre erinnerte Susanne Meder-Stöth, Lebenshilfe-Fachbereichsleiterin Wohnstätten im Bereich Hammelburg. "Längst ist man heute weg von Sonderschulen, Heilpädagogischen Einrichtungen und der Psychiatrie", stellte sie zufrieden fest.
Die Betreuer hatten 1983 noch ihren ständigen Wohnsitz im Heim und lebten dort als Hauseltern. "Anfangs gab es eine Gruppe mit 14 Bewohnern in der Würzburger Straße", berichtete Meder-Stöth. Heute sind es zwei Gruppen, die dort 19 Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer belegen.
Jeweils nur eine Gruppe gibt es in den anderen Hammelburger Wohnheimen Am Eselspfad und Weberstraße. Zwei Gruppen leben im Wohnheim im Katharinenweg in Fuchsstadt.
Vor der Feier hielten Diakon Kim Sell und Prädikant Klaus Vosshage einen ökumenischen Gottesdienst. Bewohner Friedhelm Grafe trug ein Trompetensolo vor. "Unseren Dank für schöne Zeiten mit unseren Betreuern und die Erlaubnis zur Kleintierhaltung", drückten verschiedene Bewohner während ihrer Fürbitten aus.