Gerhard Karg bringt es auf den Punkt. "Wir vom Tourismus Thulbatal machen uns große Sorgen wegen der geplanten Stromtrasse SuedLink entlang der A7 und durch das Thulbatal." Der Vereinsvorsitzende befürchtet negative Auswirkungen auf den Wirtschaftszweig Tourismus durch eine Schädigung der "sensiblen Landschaft". Zudem verweist er auf eine Durchschneidung der Waldgebiete und den damit verbundenen geringeren Holzertrag.

"Krasser Widerspruch"

"Das Tourismusgebiet Thulbatal ist eingebettet in den Naturpark Bayerische Rhön und die Weinregion Frankens Saalestück", machte Karg deutlich. Auch würde das erst vor kurzem erweiterte Biosphärenreservat Rhön durchschnitten. In dessen Kernzonen darf nach den strengen Vorgaben nicht ein einziger Baum gefällt werden. "Deshalb besteht hier ein krasser Widerspruch zu den Vorhaben von SuedLink", unterstreicht Karg.
Der Verein betont weiter, das Hauptpotenzial der hiesigen Region seien noch weitgehend intakte Natur- und Landschaftsräume. Der Tourismus lebe zu einem großen Teil von der Unberührtheit der Rhön und des Saale- und Thulbatales. "Der Tourismus ist hier in der Region ein Schwerpunkt der Gesamtwirtschaft, woran eine Vielzahl von Familieneinkünften und Arbeitsplätzen hängen", führte der Vereinschef weiter aus. Einmalige Täler und Auen würden durchtrennt und damit unwiederbringlich ihren Charakter als Erholungsraum verlieren.

Beitritt zu Initiative

Der Schaden für das Tourismusgebiet wäre dauerhaft, das größte Kapital, die Schönheit und Einmaligkeit der Landschaft, würde verloren gehen. "Auch würde die Trasse den Bäderlandkreis Bad Kissingen durchschneiden", betont Karg.
Der Tourismusverein Thulbatal bekundet daher seine Solidarität mit dem Markt Oberthulba und den angrenzenden betroffenen Gemeinden. Der Verein wird auch der Gesamtinitiative Neue Stromtrasse im Landkreis Bad Kissingen beitreten. Einen entsprechenden Beschluss hat er bereits gefasst.
"Ich sehe in dem Zusammenschluss auf Landkreisebene eine größere Effizienz als die Bildung einer Initiative vor Ort", erläutert Karg. Bereits vor einiger Zeit habe der Tourismusverein die Bayerische Staatsregierung um Unterstützung gebeten.