In der Sängergruppe Bad Kissingen - das ist die Organisation der Chöre im Landkreis - sind 46 Gesangvereine mit 70 Chorformationen zusammen geschlossen. "Jedes Jahr sind fünf davon am Gruppen-Chorkonzert beteiligt, die dabei einen Querschnitt der Chöre und des gepflegten Liedgutes darstellen."
So hatte Gruppenvorsitzender Ewald Kiesel das Konzert eröffnet - und was die Chöre und Singgruppen (120 Mitwirkende) darin dann hören ließen, war ein bunt gemixtes Programm, das traditionelles mit modernem Liedgut verband, Alt und Jung im Chorgesang vereinte und damit das vielköpfige Publikum in der Wandelhalle Bad Kissingen erfreute und begeisterte.

Gemeinsam ist schön


Michelle Hornung, zehn Jahre jung und seit drei Jahren im Kinder- und Jugendchor "St. Elisabeth" in Garitz singend dabei, brachte ihre Freude am gemeinsamen Singen auf einen Nenner: "Es macht einfach Spaß, die schönen Lieder zu singen" . Den Garitzer Chor gibt es seit 2000, unter der Leitung von Christine Stumpf sind 18 Sängerinnen und Sänger im Alter von 10 bis 18 Jahren aktiv, pflegen ein großes Repertoire. Sie eröffneten den Chorabend mit einem afrikanischen Kanon ("Si si si dolada"), ließen mit geistlichen Liedern, der Bayern-Hymne und dem ewigen Hit "Let it be" von den Beatles ihre jugendlichen, aber gefestigten Stimmen erklingen.
Aus Elfershausen gekommen war der gemischte Chor "Frohsinn", der unter der Leitung von Michael Kopieniok mit getragenen, temperamentvollen und beschwingten Chorsätzen die Zuhörer erfreute. "Zeig ein Lachen, sing ein Lied, andre Herzen swingen mit" hieß es im Text eines der Lieder, die im Säulengang der Wandelhalle lange und eindrucksvoll nachhallten.

Männer? "La Montara"!


Recht maskulin kamen sie daher, die "Elf der Saalemannen" aus Bad Bocklet, die bezeichnenderweise von einer Frau "an der Leine" geführt wurden. Mit Martina Faber brachten sie verschiedene Stücke zum Vortrag, so auch die Pflichtnummer aller Männerchöre: "La Montanara". Aber sie waren auch ganz keck, nahmen sich selber auf den Arm und brachten, hört hört, einen chorischen Rapp-Gesang, in dem in heiterer Form von einer Chorprobe berichtet wurde.
Nach diesem Vortrag wurde es eng und jung auf der Bühne: Sage und schreibe 62 (in Worten zweiundsechzig) Sänger drängten sich in der Konzertmuschel zusammen, so dass die Dirigenten Mühe hatte, zum im Hintergrund stehenden Klavier zu kommen. In einer Probephase waren einige Wochen zuvor über 80 junge Sangesfreunde aus ganz Unterfranken zusammen gekommen, um modernes Liedgut zu proben und zu singen.
Was die auf der Bühne versammelten Damen und Herren dann boten, war wirklich mitreißend: Da waren zwei englische Stücke, bei denen Larissa Hoppe mit ihrer beeindruckenden Solostimme brillierte. Auch mit den Stücken "Es ist so weit, weit weg" und dem Chartstürmer "Brenna tuats guat" von Hubert von Goisern - in tollen Chorsatz-Bearbeitungen - brachte der junge Chor eine Bombenstimmung in die Wandelhalle.

Das war einfach zu lustig


Dass Chorleiterin Ilona Seufert ein Stück abbrechen musste, weil sie sich vor Lachen nicht mehr halten konnte - der Drummer hatte sich falsch herum auf seine Kiste gesetzt und deshalb den Einsatz verpasst, tat den gekonnten Vorträgen keine Abbruch, brachte vielmehr noch mehr Lockerheit und Heiterkeit ins Programm. Als die Rufe nach "Zugabe" laut wurden, meinte die in fast beschwörender und hypnotisierender Dirigier-Art ihre Truppe leitende und manchmal wie ein Derwisch auf der Bühne agierende Chorleiterin: "Wir sind doch noch gar nicht fertig!" Auch das Publikum wurde dann mit einbezogen und machte begeistert mit. Die Freunde stand den Besuchern ins Gesicht geschrieben.
Zum gemeinsam gesungenen Rhönlied "Komm mit mein Schatz" wurde geschunkelt, was die Stühle hielten. Eine der jüngsten Sängerinnen des Projektchores, die 13-jährige Maja Tremer aus Sulzthal, danach befragt, warum sie in diesem Chor mitsinge, gab die passende Antwort. "Keine Ahnung. Es macht halt Spaß. Und ist einfach cool!"