Radfahren ist "in", auch im Altlandkreis Hammelburg. Spätestens seit es die kraftschonende Unterstützung durch die Elektrik gibt, ist das Radeln im hügeligen Gelände selbst für Senioren interessant. Etwa ein Dutzend dieser E-Biker machte sich bei Gebietsverkehrswachtleiter Karlheinz Franz über das Thema E-Bike in Theorie und Praxis schlau. "Der Marktanteil der E-Bikes wächst rasant", sagte Franz. Allein im vergangenen Jahr sei der Bestand um 500 000 Stück auf rund 2,5 Millionen E-Bikes gewachsen. Tendenz steigend. Freilich sei diese Zahl, gemessen am Bestand der herkömmlichen Fahrräder (etwa 72 Millionen) noch gering.


Mehr Gewicht, höherer Preis

"Ich kann mit meinen 20 Gängen mein Rad auch noch ohne Unterstützung durch einen Elektromotor locker fahren", sagt E-Biker Alois Meder aus Frankenbrunn. "Aber wenn ich abends müde bin oder wenn ich vor einem hohen Berg stehe, dann bin ich froh über die hilfreiche Unterstützung", betont er.
Gegenüber einem Fahrrad von herkömmlicher Bauart ist das E-Bike eine andere Kategorie. Das bezieht sich sowohl auf das deutlich höhere Gewicht als auch auf den deutlich höheren Anschaffungspreis. "Da habe ich auch auf eine hohe Qualität beim Kauf geachtet", sagt Manfred Burmester aus Elfershausen. "Ich bereue diese Anschaffung nicht", meint er. Das E-Bike sei nämlich eine große Erleichterung für ihn. Probleme mit den Knien und dem Rücken seien in jüngeren Jahren überhaupt kein Thema für ihn gewesen, so der Senior. "Von dem heutigen Tag erwarte ich einerseits mehr praktische Sicherheit für das Radeln und andererseits interessante Information über den Fahrradverkehr."
Zwei Kurse gab es am Samstag für insgesamt 18 Teilnehmer. Die erste Gruppe musste im Regen durch den mit den bunten Plastikhütchen abgesteckten Slalomparcours ihre Runden drehen. "Helm ist Pflicht", hieß es auch auf dem Übungsplatz. Bei Regen bekam auch dieser Helm eine bunte Plane übergestülpt. Franz dankte der KOB für die Nutzungsmöglichkeit des Busabstellplatzgeländes. Der Platz sei ideal für diese Form des Trainings, ebenso das Betriebsgebäude mit Seminarraum, Küche und Sanitäranlagen, sagte Karlheinz Franz gegenüber der Zeitung.
"Gerade in Hammelburg ist mir aufgefallen, dass viele Radfahrer bei Dunkelheit ohne Beleuchtung durch die Stadt fahren", sagte Teilnehmerin Gertraude Scherf. Auch der Fahrradverkehr durch die Alte Kissinger Straße war ein interessantes Thema. Und schließlich auch die verwirrende Vielzahl von Verkehrsschildern, Hinweisen und Zusatzschildern, die den Radfahrer betreffen.


Richtige Sattelhöhe

Heiko Kippes von Heiko's Radschuppen (Hammelburg) hatte sich viel Zeit genommen für die Pedelecs aller 18 Teilnehmer. Der Zweirad-Experte zeigte das Einstellen der richtigen Sattelhöhe ebenso wie die richtige Lenkerposition und die optimale Platzierung der Bremshebel und weiterer Bedienelemente. Alle Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer nahmen wichtige Tipps und Informationen mit nach Hause. Am Nachmittag haben weitere acht Frauen und Männer zwischen 60 und 76 Jahren bei idealen äußeren Bedingungen das Training absolviert. Einhelliges Fazit am Ende: Eine super Idee und eine wichtige Hilfestellung im Hinblick auf das bessere Beherrschen und Verstehen des Pedelec.
Das Pedelec-Training wird bei entsprechender Nachfrage fortgesetzt. Interessierte melden sich bei Karlheinz Franz (Tel. 09732/ 792 92) oder per E-Mail unter karlheinz.franz@t-online.de.