Der Rentnerclub, der mehrmals im Jahr zu Ausflügen unterwegs ist , wurde vor 27 Jahren von den in der Zwischenzeit verstorbenen Wirmsthalern Franz Büttner, Richard Büttner und Paul Danz gegründet. Mittlerweile hat sich ein neues Organisationsteam etabliert, wozu auch die beiden Wirmsthalerinnen gehören. Und es wird Wert darauf gelegt, dass es "Rentner" sind, keine "Senioren". "Senioren hört sich halt schon ein bisschen älter an", meint Mina Herkenrath, die ebenfalls im Fasching aktiv ist. "Deswegen bieten wir unsere Aktionen den Rentnern an", erklärt die 75-Jährige. Richtig, Rentner kann man schon eher sein, wie beispielsweise Frührentner.

Alles mit guter Laune


Ob die beiden Kusinen eher zur Kategorie "Rentner" oder "Senioren" zählen ist unerheblich. Beide sind herzerfrischend gut gelaunt, und durch den Humor, der im Gespräch immer wieder durchblickt, ist es überhaupt nicht notwendig, über irgendein Alter nachzudenken. Beide sind für die Dorfgemeinschaft engagiert und wahrscheinlich auch deswegen selbst aktiv und nicht nur im Denken jung geblieben. "Eigentlich ist die Martha der Motor, wenn`s um den Fasching geht", erzählt Mina Herkenrath. "Alleine würde ich das aber nicht schaffen, das weißt Du genau", wirft Martha Büttner ein, die großen Wert darauf legt, dass der Fasching ein Gemeinschaftsprojekt ist: "Von Rentnern für Rentner".

Aber die Fäden laufen doch bei Martha Büttner zusammen. Steht wieder ein Fasching an, geht sie zu ihrer Mitstreiterin Mina. "Wir suchen dann gemeinsam Texte aus und mögliche Akteure werden angesprochen", erklärt die Organisatorin. Kostüme sucht jeder Darsteller für sich selbst, wobei da auch ein reger Tausch untereinander besteht.

"Es sollen keine großen Maskeraden sein, es soll schließlich auch nicht zu teuer werden. Die Hauptsache ist, es ist humorvoll", kommentiert Mina Herkenrath die Verkleidungssuche. Sind dann alle Aktiven bekannt, gibt es das erste Treffen zur Absprache. Jeder stellt dort seinen Part vor und die anderen geben Tipps: "Wichtig ist, dass der Humor auch bei den Zuhörern ankommt. Die Stücke dürfen nicht zu lange sein."

Manchmal muss noch ein bisschen nachgebessert werden. Und wenn es geht, dann wird aus Hochdeutsch echtes Wirmslerisch". Nach zwei bis drei weiteren Treffen ist das Programm ausgefeilt. In der Zwischenzeit hat jeder Akteur geübt. Bei der Generalprobe am Abend zuvor wird der Ablauf ganz genau festgelegt, damit es auch ja nicht zu einem Patzer kommt. Zwischen den Programmpunkten sind gemeinsam gesungene Lieder geplant, damit auch genügend Zeit zum Umziehen ist. "Da gibt´s schon richtige Faschingsschlager, die wir zum Teil auch selbst gedichtet haben", sagt Mina Herkenrath.

Auch Texte für die Bütt stammen aus ihrer Feder: Mina Herkenrath ist für ihren "Dorftratsch" bekannt. "Hier suche ich Witze zusammen, die auch bei uns in Wirmsthal vorkommen könnten. Natürlich soll keiner bloß gestellt werden. Wird doch einmal Bezug auf eine Person genommen, dann reden wir vorher mit demjenigen, ob das auch in Ordnung geht." Martha Büttner ist unter anderem ein "Hochzeitsreisender". Im Stück "Zwei Männer auf einer Bank" nimmt sie als Mann verkleidet die Alltagssorgen des sonst so starken Geschlechts auf die Schippe.

Beide haben Spaß an ihren Auftritten, das spürt man. An besonders gelungene Stücke in ihrer langen Laufbahn denken die Bütt-Spezialisten gerne: "Ein Stück hieß der Kochkurs. Da hatten wir den Arno, Minas Mann, in eine Riesenpfanne gesetzt, um die Zubereitung eines Brathühnchens zu beschreiben", erinnert sich Martha Büttner, "wir hatten Tränen vor Lachen in den Augen, aber nicht nur wir, auch die Zuschauer."

Und als es dann wirklich so weit ist, sind die beiden Faschings-Profis ziemlich gelassen. In ihrer Verkleidung geht es mit den rund 60 Senioren, pardon, Rentnern, in den voll besetzten Saal. Es wird gelacht, geklatscht, das Publikum ist dabei. Dazwischen wird gesungen. Das mehrstündige Programm kommt an. Martha Büttner und Mina Herkenrath sind in ihrem Element. "Das ist auch immer wieder das allerschönste, wenn das Publikum mitgeht" meint Martha Büttner, und Mina Herkenrath ergänzt: "und wenn man dann auch noch gesagt bekommt, dass es wieder ein besonders gelungener Nachmittag war."