Mit dem heutigen Tag erreicht die Warnstreikwelle der Dienstleistungsgesellschaft Verdi auch den Raum Main-Rhön. Von ersten Aktionen sind heute nur zwei Institutionen in Schweinfurt betroffen. Wie der stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sinan Öztürk mitteilte, sind die Arbeitnehmer des Leopoldina-Krankenhauses zwischen 6 und 16 Uhr aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ein Notdienst soll immer gewährleistet sein.

Außerdem bestreikt wird das Schweinfurter Wasser- und Schifffahrtsamt von 0 bis 24 Uhr. Das bedeutet, dass die Mainschleusen nicht besetzt sind und dass in den Außenstellen, im Bauhof und im Hauptamt die nichtbeamteten Mitarbeiter die Arbeit ruhen lassen. "Wir müssen den Arbeitgebern deutlich machen, dass wir ihr Verhalten nicht hinnehmen", sagte Öztürk. Und die Streiks zeigten bereits Wirkungen. Zum einen kommen immer mehr Arbeitgeber auf die Gewerkschaftsvertreter zu, um über Notfallpläne zu verhandeln. Zum anderen sei die Bevölkerung den Streiks gegenüber weitgehend positiv eingestellt. Öztürk: "Wir konnten deutlich machen, dass wir den Menschen nicht schaden wollen, dass wir Rücksicht nehmen auf ihre wichtigen Belange."

Wie es übermorgen weitergeht? "Am 12. und 13. März ist die nächste Verhandlungsrunde. "Wir müssen schauen, was dabei herauskommt und dann kurzfristig entscheiden, ob und welche Streikmaßnahmen sinnvoll sind." Dann beschränken sich die Aktionen allerdings nicht mehr auf Schweinfurt. "Unser Zuständigkeitsbereich geht von Bamberg bis Bad Brückenau", so Sinan Öztürk, "da sind dann Warnstreiks bei der Bundeswehr in Hammelburg oder bei den Stadtwerken in Bad Brückenau oder Bad Kissingen vorstellbar. Aber wie gesagt: Das werden wir kurzfristig entscheiden."