Oliver Kleinhenz machte Kinder mit dieser modernen Variante eines uralten Spieles vertraut: Statt Kreidemarkierungen, umgeknickter Zweige und Richtungspfeilen aus bunten Steinchen wird beim Geocaching modernste Technik eingesetzt, "wie beim Navi im Auto eurer Eltern", erläutert Oliver Kleinhenz, der mit einem knappen Dutzend GPS-Empfängern die Acht- bis Dreizehnjährigen in die Technik einwies.


Kleiner, unscheinbarer Schatz

14 Kinder hatten sich zum "Caching", also zur elektronischen, oder GPS-Schnitzeljagd, angemeldet und bewiesen damit, dass die neue Form auch in Bad Kissingen Einzug gehalten hat. Und es waren beileibe nicht nur Jungs, die den Geocache, also die Schatzkiste, heben wollten.

Auch die "Schatzkiste" selbst hat sich inzwischen stark gewandelt: Nicht mehr eisenbeschlagen und mit Gold und Edelsteinen gefüllt ist sie heute, sondern klein und unscheinbar - nur der Inhalt hat es noch ins sich. Meist steckt in dem kleinen, wasserdichten Behältnis, z.B. einem ehemaligen Filmdöschen, nur eine kurze, verschlüsselte Botschaft, die - wenn sie entziffert ist -, die nächsten Koordinatendaten ergeben, die ins GPS-Gerät eingegeben werden müssen, um zum nächsten Punkt zu kommen.

Größere Geocaches enthalten meist ein Logbuch, in das sich der Finder einträgt, oftmals sind auch Tauschgegenstände enthalten, verrät Oliver Kleinhenz, und ganz wichtig ist, dass der Cache auch wieder an dem Platz versteckt wird, wo man es gefunden hat, denn viele der "professionellen Geocacher" beginnen ihre Suche im Internet, und da müssen die "Schätze" bereits vorher deponiert sein.

Weltweit gibt es rund zwei Millionen "Caches", in Deutschland rund 280.000. Aber nicht die sollten die kleinen Abenteurer suchen, sondern einige, die Oliver Kleinhenz extra für sie ausgelegt hatte, und die altersgemäß auch nicht zu schwer zu finden waren.


Bis zehn Meter vor dem Ziel

So wäre zum Beispiel eine der Aufgaben für Erwachsene sehr leicht zu lösen gewesen, denn die im Cache angegebenen Koordinaten für den nächsten Punkt waren in römischen Ziffern angegeben, in einem anderen Behältnis wiederum waren die einzugebenden Zahlen-Koordinaten sogar in Buchstaben angegeben, wobei das A für 1, das B für 2 usw. stand. Genau das Richtige für den 13-jährigen Christian, der schnell mit der Technik des GPS-Empfängers vertraut war und daraufhin feststellte: "Rätsellösen macht einfach Spaß."

Dass die Kids dabei auch noch Bewegung hatten, ist ein positiver "Nebeneffekt". Von der Eishalle führte sie der Weg über mehrere Caches über die Tennisanlagen bis hin zum Luitpoldbau und dann auf anderem Weg zurück zum Ausgangspunkt, wobei man sich nicht stur auf das GPS-Gerät verlassen konnte. Zumindest die letzten Meter der elektronischen Schatzsuche sind noch körperliche Arbeit, denn auch das beste Gerät führt einen nur bis auf zehn Meter an die "Schatzkiste, den Cache", heran, und dann beginnt die Suche in Baumwurzeln, hinter Sträuchern, Hecken oder Ritzen im Mauerwerk.