"Seit über zehn Jahren veranstalte ich in den drei Bezirksmuseen von Schloss Aschach am Internationalen Museumstag ein Museumsfest", sagt Museumsleiterin Anette Späth. "Dabei ruht der allgemeine Fokus stark auf der Institution Museum, da der Tag deutschlandweit beworben wird." Besonders gut besucht seien die Führungen durch Schloss Aschach gewesen, wo die Wohnkultur einer adeligen Familie hautnah erlebt werden konnte.

Im Volkskundemuseum wurden dem Schlossleben die Lebensumstände der Rhöner Landbevölkerung gegenüber gestellt. Passend dazu zeigte das Schulmuseum, wie in den unterfränkischen Landschulen gepaukt wurde. Daneben gab es Countrymusik, Marionetten-Theater, Volkstänze und Erlebnisführungen mit Louise Gräfin von Luxburg (dargestellt von Beatrice Rose-Ebel).

Damals täglich praktiziert

Die Vorratshaltung der vergangenen 300 Jahre war ein wichtiges Thema. Annemarie Leuschner präsentierte an einem Informationsstand historische Vorratshaltung und frühere Haltbarmachung von Lebensmitteln. "Wir wollen einmal etwas zeigen, was viele nicht mehr kennen, unsere Vorfahren aber täglich praktiziert haben", erklärt Annemarie Leuschner. Dabei reichte der Bogen von der Schlachtung, von getrocknetem und gesalzenem Fleisch, eingelegten Eiern in Kalkwasser über die Sauerkrautherstellung bis hin zur Konservierung von Früchten. Die Besucher durften auch probieren. "Der Vortrag von Frau Leuschner war sehr interessant und hat bei mir alte Erinnerungen geweckt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Eltern als Selbstversorger die eine oder andere Methode angewandt haben", schwärmt Konrad Bestle aus dem Allgäu.

Abwechslungsreich war auch der Kolonialwarenladen früherer Zeiten, bei dem so mancher Besucher an Epochen erinnert wurde, als man dort Brat- und Bismarckheringe aus einer großen Dose in die mitgebrachte Schüssel portioniert bekam.

Breites Spektrum an Themen

Ziel des Internationalen Museumstages ist es, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der etwa 6500 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen. Im Jahr 1977 ins Leben gerufen, möchte der Internationale Museumstag den Museen und seinen Mitarbeitern in aller Welt die Möglichkeit geben, gemeinsam auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hinzuweisen, und gleichzeitig Besucher ermuntern, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden.

Inge Harjung aus Göppingen sagte: "Ich finde das Museumsfest und den Museumstag ganz toll. Alles ist sehr interessant." Und sie ergänzt: "Man bekommt viele Informationen. Ich habe alles mögliche mitgemacht. Die Veranstaltung ist besser als ich erwartet hatte."