Für das Abschlusskonzert des 25. Bad Kissinger Orgelzyklus "Sopran und Orgel" in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche hatten die beiden Interpreten Brigitte Ascherl (Sopran) und Burkhard Ascherl (Orgel) ein Programm mit Werken unterschiedlichster Stilepochen zusammengestellt.
Die Marienantiphon "Salve Regina" von Felix Mendelssohn-Bartholdy gleich zu Beginn sang Brigitte Ascherl mit angenehmer Leichtigkeit in den hohen Lagen. Beim "Gebet der Elisabeth" aus Richard Wagners "Tannhäuser" konnte sie mit langem Atem und viel Gestaltungskraft überzeugen.
Zwei Stücke des in Paris lebenden Orgelvirtuosen und Komponisten Naji Hakim führten in eine völlig andere Klangwelt. Ausdrucksstarke Melodieführung von "Set me as a seal" mit Versen aus dem "Hohen Lied Salomons" sowie das bekannte "Amazing Grace", dessen drei Strophen in eine Abfolge kontrastreicher Orgelvariationen eingebettet sind, hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

Weich, intensiv, leise Töne

Farbige Harmonik und eingängige Melodieführung zeichneten drei Kompositionen zeitgenössischer englischer Komponisten aus. "A Gaelic Blessing" von John Rutter, "This day" und das mystische "Be thou my vision" von Bob Chilcott. Mit innerer Ruhe und warmer Stimmgebung, begleitet von leisen Flöten- und Streicherregistern der Orgel, entfalteten die drei Lieder eine intensive Wirkung auf die Zuhörer. Passend zu den Gesangsstücken hatte Burkhard Ascherl deutsche und französische Orgelmusik ausgesucht. Das freudige Praeludium C-Dur des norddeutschen Barockmeisters Dietrich Buxtehude war geprägt von zahlreichen Manual- und Registerwechseln und lebendiger Artikulation.
Bei Alexandre Guilmants Orgelsonate Nr. 3 in c-Moll folgte auf den imposanten Eröffnungssatz ein zart registriertes Adagio molto und eine forsch dahinschreitende Fuge. Marcel Duprés "Prélude et fugue" in g-Moll aus op. 7 verlangte von Burkhard Ascherl nicht nur flinke Hände, sondern auch eine ausgefeilte Pedaltechnik, um vierstimmige Akkorde und schnelle Läufe mühelos zu meistern. Überzeugend gelang die Kombination des ruhigen Themas im Praeludium mit dem bewegten Fugenthema. Einen feierlichen Abschluss bildete das Carillon "Tu es petra" aus den "Byzantinischen Skizzen" von Henry Mulet, bei dem der Interpret das toccatenhafte Thema bis hin zum triumphalen Tutti der Orgel steigerte. Mit dem innigen "L'dor Vador" von Meir Finkelstein bedankten sich Sängerin und Organist für den herzlichen Beifall des Publikums.