Bereits am Donnerstag, 29. November, durchsuchten die Beamten nach vorherigen Ermittlungen im Milieu und der Unterstützung durch einen Rauschgiftspürhund der Polizeistation Fulda eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am westlichen Stadtrand Fuldas. Der 30-jährige Wohnungsmieter zeigte sich über den "Besuch" der Kripo wenig erfreut und wehrte sich so heftig gegen die polizeilichen Maßnahmen, dass die Beamten eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ausstellen mussten.
Der Grund seines Widerstandes war schnell geklärt. Denn in einem Nebenraum der Wohnung fanden die Ermittler eine komplett eingerichtete Aufzuchtanlage für Marihuana. Insgesamt stellten sie 64 noch nicht erntereife Cannabispflanzen sicher. In einer Sporttasche entdeckten sie etwa 1,7 Kilogramm Marihuana im Verkaufswert von etwa 14 000 Euro. Aufgrund des offensichtlichen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ordnete die Staatsanwaltschaft Fulda die Durchsuchung eines von dem Beschuldigten angemieteten Studios an. In einem abgeschlossenen Nebenraum fanden sich etliche Utensilien für die Cannabisaufzucht, unter anderem Pflanzgefäße und Anpflanzhilfen. Alle Gegenstände wurden sichergestellt. Der Beschuldigte verweigerte bei der Kripo jede Aussage und wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf Weisung der Staatsanwaltschaft entlassen.
Nur wenige Tage später, am Dienstag, 4. Dezember, vollstreckten die kriminalpolizeilichen Drogenermittler einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in einem Eichenzeller Ortsteil. Auch hier wurden die Beamten fündig. In der Wohnung selbst fanden sie diverse Materialien zum Konsum von Betäubungsmitteln.
Doch erst in einem versteckten und verschlossenen Nebenraum entdeckten sie Betäubungsmittel. In mehreren Einmachgläsern hatte der einschlägig polizeibekannte 23-Jährige insgesamt 2300 Gramm Amphetamine gebunkert. Im Handel mit Drogenkonsumenten wäre damit ein Verkaufspreis von über 20 000 Euro erzielt worden.
Außerdem entdeckten die Polizisten mehrere vakuumverpackte Tüten mit so genannten "Magic Mushrooms". Dabei handelt es sich um Drogenrausch verursachende Pilze, die nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Diese können sehr gefährlich werden, da die Konzentration des rauschverursachenden Wirkstoffes "Psilocybin" von Pilz zu Pilz verschieden ist und nicht berechnet werden kann.
Auch die rund 800 Gramm Pilze mit einem Verkaufspreis von etwa 8000 Euro sind Indizien für den beabsichtigten Handel mit Betäubungsmitteln. Auch der 23-Jährige verweigerte bei der Kripo alle Angaben zu den Vorwürfen und wurde auf freien Fuß gesetzt. Allerdings dauern die Ermittlungen der Kripo weiter an und werden wohl auch in den Abnehmerkreisen für Unruhe sorgen.