Die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Bad Kissingen. In der Hauptversammlung im Hotel Tilman, die von Hartmut Hessel geleitet wurde, erhielt sie die Stimmen aller 34 anwesenden Mitglieder. Insgesamt hat der Kreisverband 399 Mitglieder in elf Ortsvereinen, von denen zehn vertreten waren. Nur die Genossen aus Wildflecken blieben wegen stark vereister Straßen daheim.

Neben den Neuwahlen des gesamten Vorstandes standen die geplante Schließung des Schaeffler-Werkes in Elfershausen und die Nominierung von Frank Walter Steinmeier als Bundespräsidenten-Kandidat im Vordergrund.


Betriebräte äußern sich

"Nehmen Sie aus dieser Versammlung mit, dass wir mit den Schaeffler-Arbeitnehmern solidarisch sind" gab Sabine Dittmar dem Betriebsratsvorsitzenden Michael Walter und seinem Stellvertreter Mark Hermann mit. Beide waren zu Hauptversammlung eingeladen worden und nutzten die Gelegenheit, sich zu äußern. "Seit zehn Jahren arbeiten wir fünf Stunden pro Woche umsonst, und als Dank dafür wird nun der Standort geschlossen. Das kann mir keiner erklären", betonte der Betriebsratsvorsitzende. Zum Hinweis auf mögliche Arbeitsplätze in Schweinfurt betonte er, Arbeitnehmer, die in Teilzeit beschäftigt seien oder über 50 Jahre alt sind, wolle kein Arbeitgeber mehr nehmen. "Als Standort stehen wir so gut da, wir könnten auch über 2020 bestehen", hob er hervor. Der bis 2020 geltende Vertrag zur Standortsicherung, der 2006 zur Bewältigung der damaligen Krise unterzeichnet worden sei und fünf Stunden Mehrarbeit vorsehe, sei nie infrage gestellt worden, "die Arbeitnehmer verhalten sich Vertragskonform". Erstmalig in der Geschichte von Schaeffler solle nun ein Werk geschlossen werden, obwohl es sich erholt habe, profitabel sei und gut dastehe.

Seine Hoffnung ist nun, dass die Politik viel Druck aufbaut, und deshalb der Vorstand diesen Beschluss zurücknimmt, mit dem etwa 280 Arbeitsplätze nach Schweinfurt, in die Slowakei und nach Portugal verlagert würden.


Alle Hebel in Bewegung setzen

"Ich bin regelrecht angefressen. Das ist unsäglich, wir müssen jetzt umso lauter sein" kommentierte Sabine Dittmar den Schließungs-Beschluss. In einem Brief vom 9. November, den sie vom Schaeffler-Konzern erhalten hatte, sei von diesem Plan kein Wort enthalten gewesen. Die Bundestagsabgeordnete kündigte in der SPD-Versammlung an, dass sie tags darauf das Werk in Elfershausen besuchen und damit ihre Solidarität mit den Arbeitnehmern ausdrücken wolle. Bezirksrat Bernhard Ruß ergänzte "wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen für den Erhalt des Werkes".

Sabine Dittmar findet es "total gut", dass Frank Walter Steinmeier nun Bundespräsident werden kann, "wenn die CDU/CSU keinen Kandidaten hat, ist das nicht das Problem der SPD". Allerdings verliere damit Deutschland einen exzellenten Außenminister. Am Tag nach der Präsidenten-Wahl in den USA musste sie im Bundestag reden, das Ergebnis habe sie dabei belastet. Trump sei demokratisch gewählt worden, und das müsse man akzeptieren, "aber so jemand sitzt am Knopf der Atomwaffen..."

Der Vorstand des SPD-Kreisverbandes: Vorsitzende Sabine Dittmar MdB (Ortsverein Maßbach). Stellvertreter Norbert Schaub (Hammelburg) und Florian Wildenauer (Bad Brückenau). Kassiererin Karen Pohle (Nüdlingen). Schriftführer Dieter Britz (Münnerstadt).

Beisitzer: Achim Bieber (Poppenlauer), Sandra Deißenberger (Elfershausen), Antje Dörr (Nüdlingen), Berthold Eberlein (Sulzthal), Jürgen Englert (Elfershausen), Jan Hemmerich (Bad Kissingen), Manfred Hoffmann (Maßbach), Helge Jacobsen (Hammelburg), Adolf Lieb (Wildflecken), Thorsten Rathjen (Münnerstadt), Helmut Renner (Bad Kissingen), Robert Römmelt (Wildflecken), Christina Scheit (Bad Kissingen), Gerd Schmitt (Bad Bocklet), Christian Schmitt (Sulzthal), Tobias Schneider (Bad Kissingen), Alfred Schrenk (Wildflecken), Wolfgang Speyer (Bad Kissingen), Martin Steinel (Hammelburg).

Vertreter der Arbeitsgemeinschaften: 60plus: Adolf Lieb (Wildflecken), Jungsozialisten: Dennis Heuchler (Poppenlauer). Revisoren: Wolfgang Görner (Bad Kissingen), Gerhard Müller (Hammelburg).