"Schlaf war Mangelware", gestand Johannes Fella von der Hammelburger Wehr. "Wir haben zwischendurch ein bisschen im Schulungsraum geruht. Das hat aber nicht viel gebracht, weil wir auch nachts Einsätze fuhren". Um 21 Uhr ein Gebäudebrand, kurz nach Mitternacht ein Fehlalarm und um vier Uhr nachts ein Verkehrsunfall schlauchten ganz schön. "Ich möchte jetzt erstmal duschen, und dann sehe ich, wie weit ich noch komme", lächelte er sichtlich abgespannt.


Selbst 40 schlaflose Stunden



Jugendleiter Leander Kleinhenz erläuterte den Hintergrund: "Wir wollten mit dieser 24-Stunden-Übung den 14- bis 18-Jährigen klar machen, was sie erwarten kann." Und sein Stellvertreter Daniel Knüttel ergänzte: "Wir wollten aber ebenfalls zeigen, dass wir da und einsatzbereit sind." Was dieser Stress bedeutete, war auch den Jugendbetreuern klar. Einschließlich der Vorbereitungen hatten sie selbst 40 schlaflose Stunden hinter sich.

Kleinhenz und Knüttel bescheinigten den jungen Leuten volle Leistungsbereitschaft, hohe Konzentration und eisernes Durchhaltevermögen bis zur letzten Übung. "Anspruchsvolle Übungen wie den Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten mitten in der Nacht lösten sie bis sechs Uhr früh mit Bravour und Ideenreichtum. Darauf bin ich als Jugendleiter besonders stolz", unterstrich der Sohn von Kommandant Winfried Kleinhenz.

"Nach diesem Vorgeschmack habe ich keine Angst mehr vor Ernsteinfalleinsätzen", sagte die 17-jährige Lisa Glaser aus der Feuerthaler Wehr. Sie hat vor längerem bei der Westheimer Feuerwehr eine ähnliche Übung absolviert. "Die war aber bei weitem nicht so kompakt", erklärte sie abgekämpft.


"Viel dazugelernt"



Ihr junger Kollege Kevin Hoos aus Westheim kam besser mit dem Schlafentzug zurecht. "Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und Praktisches dazugelernt, zum Beispiel die Arbeit mit dem Spreitzer. Einmal durfte ich sogar die Atemschutzausrüstung ohne Tätigkeit ausprobieren", erzählte der 17-Jährige. Besonders gut fand er die Verantwortung, die er als Gruppenführer im Tanklöschfahrzeug hatte.

Während die Einstiegsübung, Vermisstensuche und -rettung aus einem Kanalrohr noch perfekt lief, ging es beim Brand des alten Waisenhauses nicht mehr so glatt ab. "Für den hohen Umfang an den gestellten Aufgaben waren zu wenige Jugendliche da", registrierte Daniel Knüttel. Besser klappte es bei einer Person, die bei Holzarbeiten an der Straße nach Seeshof eingeklemmt und in 20 Minuten fachgerecht befreit wurde.


Zeitgleiche Einsätze



Personell und zeitlich knapp wurde es bei der Übung im Bauhof, bei der ein Mensch mit Hilfe einer bodenlosen Tonne ausgegraben wurde. Denn genau in diesem Moment meldete die Leitung noch einen Brand auf dem AMSC-Platz, zu dem ein Teil der Probanden abrücken musste.

Ein gemeinsames Grillen am frühen Abend beendete die Strapazen. Unterm Strich zeigten sich die Jugendleiter sehr zufrieden mit Leistungen und Können der Floriansjünger. Das galt auch für die Aktiven, die zwar müde und teils erschöpft, aber dennoch stolz auf ihre "Feuertaufe" zurückblickten, die sie hervorragend meisterten.