Es ist ein mühsames Unterfangen, eine Straße zu sanieren, und teuer dazu. Im Rahmen des Projektes Stadtumbau West werden nun die nächsten Bauabschnitte in Unterhain- und Sinnaustraße erneuert. Deshalb wurde extra dazu eine Bürgerversammlung einberufen, bei der die betroffenen Anlieger ihre Fragen stellen und die auf sie zukommenden Beiträge ausrechnen lassen konnten. Rund 50 Bürger haben das Angebot wahrgenommen und die Plätze in der Georgi-Kurhalle gefüllt.
Insgesamt kostet das Bauvorhaben 884 000 Euro, von denen 486 677 die Anlieger tragen sollen. Die Berechnungsgrundlage ist kompliziert und schlüsselt sich nach Straßenart sowie der Größe der anliegenden Grundstücke auf. Willi Scheller vom städtischen Bauamt erklärt: "Es gibt Anliegerstraßen, Haupterschließungsstraßen und Hauptverkehrsstraßen. In jeder Kategorie gestaltet sich die Kostenaufteilung zwischen Stadt und Anliegern anders". Unterhain- und Sinnaustraße gelten als Haupterschließungsstraßen, so dass 45 Prozent der Kosten die Stadt übernimmt und 55 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden.

Berechnung nach Einzelfall


Je nach Straßenabschnitt, Grundstücksgröße und Höhe der Gebäude ergeben sich Beiträge zwischen vier und 9,50 Euro pro Quadratmeter. Ein Beispiel: In einem Teil der Unterhainstraße wird ein Beitrag von 6,12 Euro pro Quadratmeter als Basis für die Berechnung zugrunde gelegt. Hat ein Anlieger nun ein Grundstück von etwa 500 Quadratmetern Größe, kämen auf ihn Kosten in Höhe von 3060 Euro zu.

Geteilte Meinungen


Ingrid Fuhrbach aus der Sinnaustraße und Willi Übelacker, dessen Grundstück sogar an Unterhain- und Sinnaustraße grenzt, haben die Bürgerversammlung besucht. "Ich habe mir das erst einmal alles angehört", sagt Übelacker. Machen könne man ja sowieso nichts mehr. Und Fuhrbach ergänzt: "Das ist beschlossene Sache". Womit sie recht hat. Am 15. Mai dieses Jahres hat der Stadtrat das Bauvorhaben beschlossen. 13 Stadträte stimmten dafür, zwei dagegen. Schon im Winter 2012/2013 soll das Projekt ausgeschrieben werden. Der Baubeginn wird laut Karl Heinz Weismantel, ebenfalls vom städtischen Bauamt, für Anfang 2013 angesetzt.
Für Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) ist klar, dass das Bauvorhaben umgesetzt werden muss: "Schon seit Jahren schieben wir diese Maßnahmen vor uns her". Und Willi Scheller beschwichtigt. Wenn jemand das Geld nicht aufbringen könne, gebe es immer noch die Möglichkeit, in Raten zu zahlen. Auch einen Stundungsantrag können prinzipiell jeder stellen. Dabei müsse aber klar sein, dass dann auch die finanziellen Verhältnisse erfragt würden.

Das Informationsmaterial, dass das Ingenieurbüro ARZ aus Würzburg bei der Bürgerversammlung präsentierte, ist zum Teil in der Bildershow dargestellt.