Karl Knüttel ist stolz auf die Römershager Wehr: "Der Zusammenhalt bei uns ist sehr gut", lobt er die Kameradschaft. 29 Aktive und 14 passive und fördernde Mitglieder hat die Stadtteil-Wehr. Alles Männer. "Aber wir sind dran, es anderen Feuerwehren gleichzutun", sagt Knüttel zum Thema Feuerwehr-Frauen.

Auch wenn Knüttel altersbedingt seit Herbst nicht mehr als Kommandant alleine an der Spitze der Wehr steht, hängt er sich derzeit jeden Tag rein, um das große Fest vorzubereiten: Am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Juli, feiert die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen (Programm unten).

1988 wurde Karl Knüttel zum Kommandanten gewählt. "Damals hatten wir ja gar nichts", fasst er die Situation zusammen. Nur einen alten VW-Bus habe die Wehr bessessen. In den 1990er Jahren wurde dann zunächst ein neues Feuerwehrauto angeschafft. Nach jahrelanger Planung wurde im September 2004 dann der Grundstein für das neue Feuerwehrhaus in der Ebertshofstraße gelegt. "Das war ein Kraftakt für uns", berichtet der langjährige Kommandant. Zwar finanzierte die Stadt mit 65 000 Euro das Material, aber: "Wir hatten keine einzige Firma da, sondern haben alles in Eigenleistung gemacht", ist Knüttel stolz. Mehr als 3500 Stunden leisteten die Mitglieder. Heute ist das rund 100 Quadratmeter große Gebäude Mittelpunkt des Vereinslebens, regelmäßig treffen sich die Feuerwehrler dort.

Auf dem Gelände gedenken die Floriansjünger morgen und übermorgen auch der Gründung: Wer die Wehr 1888 genau gegründet hat, ist im Archiv nicht erhalten. Lediglich die Namen Leo Altfuldisch, Anton Helfrich, Ferdinand Schaab, Ludwig Schaab, Rudolf Schaab und Paul Will sind überliefert. Der erste Eintrag im Protokollbuch der Wehr stammt aus dem Jahr 1919, als Heinrich Gerhard zum Kommandanten gewählt wurde. Ihm folgte 1924 Karl Schmäling nach. Nach dem Krieg gehen die Einträge erst 1951 mit der Wahl des Kommandanten Otto Will weiter. Seit November ist Peter May Kommandant, Stellvertreter und 2. Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins ist Frank Will. Als Schriftführer fungiert Thomas Hehn, als Kassier Jürgen Breitenbach.

Samstag Das Fest zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Römershag beginnt am Samstag um 18.30 Uhr am Feuerwehrhaus in der Ebertshofstraße. Die Wehr hat die Wehren aus dem Altlandkreis eingeladen, für Stimmung sorgen ide Streubläser.

Sonntag Der offizielle Teil des Jubiläums folgt am Sonntag: Um 8.30 Uhr treffen sich die Floriansjünger mit Fahnenabordnung zum Gedenken an die verstorbenen Kameraden am Kriegerdenkmal in der Ortsmitte. Um 8.45 Uhr ist eine Eucharistiefeier in der benachbarten Schlosskapelle vorgesehen. Nach dem Gottesdienst ziehen die Feuerwehrler und Ehrengäste von der Kirche durchs Dorf zum Gerätehaus. Hier folgen die offiziellen Ansprachen und die Ehrung verdienter Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Römershag.