"Die Tradition der Holzschnitzerei und des Handels mit Schnitzwaren in den Walddörfern ist schon alt, sie darf nicht in Vergessenheit geraten", betont Herbert Holzheimer, der derzeit in Sandberg auf der Suche nach geeigneten Exponaten für eine Ausstellung ist. Sie soll in einen Pavillon auf dem Grundstück der alten Schule, die derzeit abgerissen wird gezeigt werden soll, kommen. Zur Dokumentation und Präsentation werden jetzt traditionelle, historische und zeitgenössische Holzschnitzarbeiten aus der Sandberger Produktion gesucht.

Herbert Holzheimer, der als Bildhauer in Langenleiten arbeitet, fühlt sich der Rhöner Schnitzkunst verbunden. Sandberg sei im vergangenen Jahrhundert in der Bayerischen Rhön das Zentrum von Schnitzerei und Handel gewesen. Zwar existieren aus dieser Zeit einige alte Fotos, aber keine näheren Aufzeichnungen, bis im Rahmen des Projektes Schnitz/ Stand/Ort/Rhön das Thema konkret angepackt wurde. "Es war dringend nötig, dass das Wissen zusammengetragen und eine Dokumentation erstellt wird. Das Wissen über diesen wichtigen Abschnitt der Dorfgeschichte darf nicht verloren gehen", so Holzheimer.

Vorgesehen ist, nicht nur an die Geschichte und Tradition im Allgemeinen zu erinnern, sondern auch an besonderes herausragende Schnitzer der früheren Zeit wie Matthias Bühner und Kaspar Geis (Ketter-Hans), aber auch an Lothar Bühner, Leo Holzheimer und die heutigen Bildhauer.

Ingbert Holzheimer hat bei der Auflösung der Schwesterstation in den 80er Jahren viele verschiedene Exponate zu sich genommen. So einiges davon stamme aus der Zeit vor 1930, wie das kleine Wandregal, Tintenfass und der Aschenbecher. Dem Nadelkissen ist anzusehen, dass es oft benutzt wurde, ebenso dem Zettelhalter für den Schreibtisch und dem Nussknacker.

Die Sandberger werden gebeten nachzuschauen, ob sich auf irgendeinem Dachboden oder im Keller noch etwas über Meinel und die Rhöner Spielwarenproduktion, Kataloge oder Abrechnungen finden lässt. Von Interesse sind natürlich auch Exponate von damals, oder auch Fotografien vom Schnitzen oder dem Handel.

Interessant seien auch alte Werkstatteinrichtungen, altes Schnitzwerkzeug, Schablonen, Rohlinge usw. Wenn genügend Material zusammenkomme, könne möglicherweise auch eine alte Werkstatt nachgestellt werden, so Holzheimer. Interessant seien nicht nur Exponate aus Sandberg direkt, sondern auch den anderen Ortsteilen. Denn so manches wurde nicht nur speziell in Sandberg hergestellt, sondern auch in Schmalwasser, Langenleiten und Waldberg.

Leihgaben Wer Holzschnitzarbeiten und alles, was damit zu tun hatte, besitzt und dieses für eine Fotodokumentation oder leihweise (gegen Leihvertrag) für den Pavillon zur Verfügung stellen würde, meldet sich bis 5. Mai bei der Gemeinde Sandberg, Tel. : 09701/91 000 oder bei Herbert Holzheimer, Tel.: 09701/10 92.

Dokumentarisch Wer seine Familienerbstücke nicht zu Verfügung stellen möchte, möge sich dennoch melden, damit sie zumindest dokumentarisch erfasst werden können.