Noch im März wird die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) die Strecken des "Kissinger Sterns" ausschreiben. Der Zuschlag wird im Oktober folgen.
"Wir haben heute ein attraktives Angebot auf der Schiene, das sehr viel besser ist, als je zuvor," sagt BEG-Geschäftsführer Fritz Czeschka. Und auch mit den Leistungen des Erfurter Bahn ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft sehr zufrieden. Warum dann die Ausschreibung?
"Wir haben die gesetzliche Vorgabe," erwidert Czeschka. Demnach müssen die Strecken nach zehn Jahren erneut ausgeschrieben werden. Im Jahre 2004 haben Erfurter Bahn und DB-Regio den Verkehr auf dem "Kissinger Stern" nach Gewinn der damaligen Ausschreibung übernommen. "Die Erfurter Bahn macht einen ausgesprochen guten Job," so Czeschka. Doch der Vertrag mit der EB endet zum Dezember 2014.
"Das System ist auf Wettbewerb ausgerichtet," so der BEG-Geschäftsführer weiter. Die Erfurter Bahn habe auch bei der neuerlichen Ausschreibung beste Chancen. Doch es könne durchaus sein, dass ein anderes Unternehmen den Zuschlag für die Regionalbahn-Leistungen auf dem "Kissinger Stern" bekommt.
In der Auschreibung wirdnicht nur um den Preis gehen. Außerdem fordert die BEG eine hohe Qualität. Dazu zählen laut Fritz Czeschka die Verfügbarkeit von Fahrzeugen, klimatisierte Züge, der Einsatz von Zugbegleitern und die Beteiligung am Qualitätsmesssystem der BEG. Die Einhaltung dieser Ansprüche werde regelmäßig geprüft. Laufend überwacht werde auch die Pünktlichkeit.
Der Ausschreibung wird laut BEG-Geschäftsführer unter anderem zu entnehmen sein, dass für die Vertragsdauer von 2014 bis 2024 keine neuen Fahrzeuge gefordert werden. "Wir machen eine Ausschreibung, nach der die Shuttles weiter fahren können." Entweder durch die Erfurter Bahn oder unter der Flagge eines anderen Unternehmens. Die müssten keine fabrikneuen Fahrzeuge kaufen, sie könnten zum Beispiel der EB die Shuttles abkaufen.
Am Fahrplan wird sich zum Dezember 2014 nicht viel ändern. Dennoch: "Wir schreiben 13 Prozent Mehrleistungen aus," sagt Fritz Czeschka. Dazu werden Verbesserungen in Richtung Schweinfurt-Stadt zählen, das mit dem innenstadtnahen Haltepunkt Schweinfurt-Mitte noch besser angebunden werden soll. "Außerdem hätten wir gerne auf der Saaletalbahn einen Stundentakt, werden uns diesen aber wahrscheinlich nicht leisten können," so Fritz Czeschka weiter. Denn die wirtschaftliche Situation der Bayerischen Eisenbahngesellschaft habe sich drastisch verschlechtert. So müsse die BEG unter anderem für die Nutzung der Gleise und der Bahnhöfe immer mehr an DB-Station und Service bzw. an DB-Netz bezahlen. Gleichzeitig seien die Regionalisierungsmittel in den vergangenen zehn Jahren nicht gestiegen. Unter diesen Vorzeichen ist laut Fritz Czeschka auch eine Reaktivierung der Werntalbahn von Gemünden nach Waigolshausen - Schweinfurt derzeit nicht in Planung.
Nicht ausgeschrieben werden die Regionalexpress-Leistungen, die DB-Regio auf dem "Kissinger Stern" bedient. Nur DB-Regio verfügt über Züge mit Neigetechnik, die kürzere Fahrzeiten über den Thüringer Wald ermöglicht. Eine Ausschreibung wäre also sinnlos.