Die Verwaltung hatte sich in der Haushaltsberatung diese Woche deutlich zur Zukunft der Eishalle geäußert: Entweder die Eishalle wird 2017 an einen privaten Investor verkauft, der sie schon im kommenden Winter betreibt oder sie wird geschlossen. Die Reaktionen darauf lassen nicht lange auf sich warten, der entsprechende Bericht der Saale-Zeitung wurde auf Infranken.de und auf Facebook mehrfach von Lesern kommentiert. Leser "dojoho" ging vom Schlimmsten aus: "Unsere Eishalle soll geschlossen werden. Für mich eine weitere Horrormeldung", schreibt er, und: "Ein mögliches Interesse von uns unbekannten Investoren sehe ich sehr kritisch und ohne Hoffnung und Ernsthaftigkeit."

Viele Leser stellten den Gesundheitsaspekt des Schlittschuhlaufens in den Vordergrund und dass es eine kommunale Aufgabe sei, eine entsprechende Einrichtung vorzuhalten. Immerhin ist Bad Kissingen auch seit fünf Jahren Teil des Gesunde-Städte-Netzwerks.


Keine Kündigungen geplant

Im Stadtrat wurde der Verkauf der Eishalle auch unter dem Hinblick auf das Personal diskutiert. Die Personalkosten steigen im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Stellenmehrungen und Tariferhöhungen um 750 000 Euro an. Steffen Hörtler (CSU) erkundigte sich, warum in der Finanzplanung für die nächsten Jahre keine weiteren Erhöhungen berücksichtigt wurden. "Baut die Stadt Personal ab?", fragte er. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) erklärte, dass in Zukunft nicht jede Stelle nachbesetzt wird, wenn ein Arbeitsverhältnis endet. "Wenn wir uns von Einrichtungen trennen, werden wir für deren Bewirtschaftung entsprechend auch kein Personal mehr benötigen", antwortete er. Blankenburg betonte aber, dass keine Kündigungen vorgesehen sind und dass betroffene Mitarbeiter in anderen Abteilungen eingesetzt werden.


Reaktionen zur Eishalle in unserer Online-Community

Ralf H. : "Wie schließen? Wo bleibt der soziale Auftrag der Stadt?"

Gernot W. : "Ich schlage vor Verkaufen und einen neuen Brunnen bauen! Ich warte auf die Zeit, bis das Terrassenfreibad geschlossen wird."

Jürgen B. : "Es ist traurig, dass rein wirtschaftliche Interessen über den sozialen Auftrag gestellt werden. Dann darf sich niemand zukünftig beschweren, dass Kinder an Bewegungsmangel leiden und verschiedene sportliche Aktivitäten (Schwimmen, Eislaufen) nicht mehr ausführen können. Manche Dinge im Leben sind mit Geld nicht zu bemessen. Die Gesundheit unserer Kinder zum Beispiel."

Holger B. : "Eislaufen fördert die koordinativen Fähigkeiten besonders ! Leider hat man es über Jahre hinweg verpasst, auch die Einnahmenseite zu prüfen. Es gab genug Ideen, egal ob vom Familienbeirat oder den Vereinen. Hier wurden einige Konzepte vorgelegt, aber nicht gehört, wie eine Sommernutzung, weitere Veranstaltungen oder auch Sommereis, mit dem man höherklassige Eishockeyclubs hätte locken können oder auch Nachwuchsteams, die dann auch die Kissinger Gastronomie und Hotels wirtschaftlich unterstützt hätten. Hier sind dringend die Stadträte gefordert, nach Lösungen zu suchen, wie die Einbindung des Landkreises verstärkt zu fordern. Die Eishalle ist übrigens wetterunabhängig und somit nicht mit dem Freibad zu vergleichen! Ich hoffe alle wachen endlich auf und auch die Kissinger kämpfen um dieses Gebäude, denn es ist auch unser Auftrag für unsere Kinder!"

LBS-Kommentar : "Wie viele Städte haben eine Eishalle und zahlen drauf. So ist das nun mal bei städtischen Betrieben. Sie werden von Angestellten geleitet, die aufpassen, aber keine Ideen entwickeln und das muss sich ändern. Die Angestellten sollten von der Stadt zur Besichtigung in andere Eishallen geschickt werden, um zu lernen, was dort anders oder besser gemacht wird und all die gesammelten Ideen und Erlebnisse hier dann umsetzen. Wenn ein Investor Interesse an der Eishalle hat, dann hat er auch ein Programm, welches genügend Geld einspielt um Gewinn zu erzielen und das muss eine Stadt auch können."