21 Gesellenstücke und auch die Arbeitsproben zur Gesellenprüfung der Schreinerinnungen Bad Kissingen und Bad Neustadt waren am Sonntag in der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen zu besichtigen. 16 angehende Schreinergesellen, unter ihnen eine Frau aus dem Landkreis Bad Kissingen und fünf aus dem Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld, hatten sich in den letzten Tagen der Prüfung gestellt und Lehrlingswart Thomas Schuhmann gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch alle bestanden haben.
Wenngleich noch keine Zeugnisse vergeben wurden, nahm Schulleiter Oberstudiendirektor Rudolf Hoffmann die Ausstellung zum Anlass, die drei schulbesten Schreiner zu ehren. "Sie haben die gesamte Schulzeit über, und das bedeutet bei den Schreinern ein Jahr Vollzeit-Schule und dann Blockunterricht, eine konstant gute Leistung gezeigt". So überreichte er jeweils ein Buchgeschenk an Marcel Heinz, der mit einer glatten 1,0 den besten Berufs-Schulabschluss hinlegte. Lucas Schäfer und Florian Beudert kamen jeweils auf einen Notendurchschnitt von 1,14 und alle drei Schreiner stammen aus Münnerstadt.
Im Moment sei der Beruf "saustark", so der Lehrlingswart, und dass fast alle Schreinergesellen inzwischen Mittlere Reife haben. Norbert Borst, stellvertretender Innungsobermeister der Kissinger Schreinerinnung betonte "man sei hier zusammengekommen um sich vom hohen Grad der Ausbildung, den unübersehbaren handwerklichen Fähig- und Fertigkeiten der zukünftigen Gesellen zu überzeugen". Jedoch, die Ausbildung im Tischler- und Schreinerhandwerk ist nicht nur von guten Fertigkeiten als Handwerker- sondern auch vom kreativen Schaffen geprägt. Vorstellungsvermögen, gutes räumliches Denken, neue innovative Ideen, das theoretische Wissen um Gestaltung und letztendlich die Fähigkeit das Ganze handwerklich so umzusetzen "dass es zum Schluss auch wirklich passt", das seien die Voraussetzungen um sich in diesem erlernten Beruf wohlzufühlen.
Michael Heusinger, Innungsobermeister der Bad Neustädter Schreiner, sprach von "einem Glück, ein Gesellenstück bauen zu dürfen, das oftmals in der Familie über Jahrzehnte erhalten bleibt". Weiter mahnte er an dass "nach der Ausbildung die Ausbildung erst richtig weiter geht".
Sieben der ausgestellten Gesellenstücke werden im Rahmen der "Guten Form im Schreinerhandwerk" ab Dienstag in der Sparkassenschalterhalle für vier Wochen zu besichtigen sein. So werden die Arbeiten von Fabian Baier und Patrick Heisler (beide Möbel & Raum Schondra), sowie von Lucas Schäfer (Gottfried Metz GmbH & Co.KG Bad Kissingen), Tobias Greubel (Holz in Form Oberthulba), Nico Schneider (Holzakzente Schildeck), Nico Naujoks (Büttner & Sohn KG/Hausen) und Pascal Naujoks (Schreinerei Peter Krug Bad Kissingen) direkt nach ihrem Abbau in der Garitzer Berufsschule wieder für die Allgemeinheit in der Sparkasse aufgebaut und können dort besichtigt werden.