Mit der Eröffnung des 65. Rakoczy-Fest am Freitagabend startet in Bad Kissingen das alljährliche Treiben des Stadtfestes. Drei Tage lang wird die historische Vergangenheit des Ortes mit viel Musik und einem großen Festprogramm zelebriert. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr? Welche Veränderungen der vergangenen Jahre haben sich bewährt, welche Neuerungen planen die Veranstalter für heuer?

Jedes Jahr am letzten Juliwochenende herrscht Ausnahmezustand in Bad Kissingen. Dafür sorgen nicht zuletzt 30 Ehrenamtliche, die als historische Persönlichkeiten auftreten - die "Botschafter Kissingens", wie sie Thomas Lutz, Leiter des Stadtmarketings, nennt. Die haben eine Schulung bekommen, um die Gestik und Mimik der Menschen, die sie darstellen noch besser spielen zu können. Bei dem großen Ball am Samstagabend werden die historischen Persönlichkeiten ihre Laufwege im Max-Littmann-Saal verändern. "Der Rolle entsprechend", sagt Bruno Heynen, Veranstaltungsleiter der Staatsbad GmbH. Nach zehn Jahren im alten Modell, war es an der Zeit, speziell bei dem Einzug, neue Spannung zu erzeugen, meinen die beiden Organisatoren.

Spannend und stimmungsvoll soll es wieder bei der Kurgartenbeleuchtung am Sonntagabend zugehen. Die wird neuerdings im diesem Jahr frei zugänglich sein, sofern die Besucher einen Pin tragen.Der wird heuer statt wie bisher für zwei Euro, für drei Euro verkauft. "Um das Defizit zu verringern, sind wir gezwungen, die Teilnehmer mehr an den Kosten zu beteiligen", sagt Bruno Heynen. Der Preis für den Anstecker, der dem Besucher Eintritt zu dem Festival verschafft, sei absolut gerechtfertigt, meint Thomas Lutz: "Wir bieten ein Rundum-Sorglos-Paket. Der Preis steht immer noch in keinster Weise dem Wert gegenüber." Weil der Vorverkauf 2014 so gut lief wie noch nie, haben die Verantwortlichen von Stadt und Staatsbad für heuer 3000 zusätzliche Pins geordert.

Programm auf LED-Wand

Auf der Medienwiese wird in diesem Jahr eine LED-Wand stehen, auf der Programmtipps des Festivals laufen. "Wir wollen zeigen, was wir haben", sagt Thomas Lutz. Das sei keine direkte Reaktion auf die Kritik von Gastronomen, die befürchten, dass die Medienwiese das Publikum aus der Innenstadt locke, meint der Planer. "Wir wollen das gesamte Festival stärken", sagt er.

Ein Anziehungspunkt wird auch beim 65. Rakoczy-Fest der Umzug am Sonntag sein. Die geänderte Route des vergangenen Jahres hat sich bewährt. 2014 wurde sie so verändert, dass der Zug nicht mehr entlang der Ludwigstraße führt. "Die Gastronomen waren sehr dankbar, weil sie nicht mehr umräumen mussten, wie die Jahre zuvor", sagt Thomas Lutz. Für eine besondere Aussicht auf den Umzug, können Gäste wie schon im vergangenen Jahr Plätze auf dem Balkon buchen.

Was sich nicht vorbestellen lässt, ist der Sonnenschein: "Alles, was mit dem Wetter zu tun hat, ist nicht planbar", sagt Bruno Heynen. Sollte das nicht passen, bleibe nur, schnell zu reagieren und Plan B durchzuziehen. Auf andere unsichere Festival-Bestandteile wie Tiere beim Umzug habe man mit einer ärztlichen Betreuung reagiert, die sich zum Beispiel um die Pferde in den Gespannen kümmern. Trotzdem, nicht alles lasse sich planen.

Pläne fürs nächste Jahr

Das Rakoczy 2015 ist noch gar nicht gelaufen, da stecken die Organisatoren schon im den Vorbereitungen für das 66. Fest im nächsten Jahr. Hunderte Menschen sind mit der Planung und der Ausrichtung beschäftigt. Bruno Heynen vom Staatsbad hat seine ganz persönlichen Highlights, auf die er sich freut. "Die Saale brennt und der Festball - das ist schon etwas Besonderes."

Seit neuestem können Besucher ihre ganz speziellen Rakoczy-Höhepunkte und Bilder in einem Gästebuch auf der Website www.rakoczyfest.com verewigen. Für alle, die nicht nur auf Facebook unterwegs sind, meint Thomas Lutz.