Am Ende soll es wie eine amerikanische Hausparty wirken: Ein Mercedes Benz als Requisit, eine Gartenlandschaft, drei Hüpfburgen mit insgesamt 80 Quadratmetern Fläche und tausende rote Getränkebecher, wie sie aus Hollywoodstreifen über feiernde Jugendliche bekannt sind. Die Eishalle wird in eine überdimensionale Film-Mottoparty verwandelt, die sich "Project Bad Kissingen" nennt.

Project-Partys gibt es mittlerweile in vielen Städten. Sie orientieren sich an dem Hollywoodfilm Project X, der 2012 erfolgreich in den Kinos lief. "Es ist ein bisschen, wie eine amerikanische Collegeparty nachzuspielen", sagt Veranstalter Matze Weingärtner vom Eventlabor aus Nürnberg. Die roten Bierbecher, sogenannte Red Cups, werden sogar stilecht aus den USA importiert. "Wir geben uns Mühe, die Eye-Catcher aus dem Film in die Halle zu bringen."

Der Rummel um Project-Partys nimmt in Deutschland seit drei Jahren zu und erreicht mit der Veranstaltung heute Abend Bad Kissingen. Der 25-jährige Veranstaltungskaufmann Weingärtner hat den Film mit Kollegen gesehen und unmittelbar danach eine Project-Party in einer Diskothek umgesetzt. "Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mottos", erklärt er. Die Komödie als Kulisse für Feiern zu nutzen, habe sich angeboten. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat man einen Nerv getroffen. "Wir haben schnell gemerkt, dass es gerade bei der jungen Zielgruppe gut ankommt", sagt Weingärtner. Dass Project-Partys derzeit so erfolgreich sind, liege am Erfolg Hollywoods. "Durch die Filmwirtschaft sind Collegepartys auch bei uns sehr bekannt."

In der Eishalle erwarten die Veranstalter Gästezahlen im vierstelligen Bereich. Die Resonanz in sozialen Medien ist groß. Auf Instagram werdie Fotos der Tickets gepostet und mit Kommentaren wie "die Party kann beginnen" versehen. Auf der offiziellen Facebook-Seite zu der Feier haben mehr als 2000 Menschen ihre Teilnahme - unverbindlich - zugesagt.

Auch Bad Kissingens Rosenkönigin Aileen Kempf hat vor, privat in der Eishalle vorbeizuschauen. Sie ist neugierig auf das Konzept. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich vorher noch nie etwas von diesen Partys gehört", sagt sie. Diejenigen Leute aus ihrem Bekanntenkreis, die hingehen, wollen das unbedingt mal sehen und sich überraschen lassen. "Keiner kann sich vorstellen wie das ablaufen soll", sagt sie.

Das Geschäft mit den Project Partys geht allerdings nicht überall auf. In Aschaffenburg forderten vor zwei Wochen wütende Partygänger ihren Eintritt zurück und warfen dem Veranstalter sogar Abzocke vor. "Das war ein anderer Betreiber", stellt Weingärtner klar. Probleme könne man bei einer Veranstaltung in der Größenordnung zwar nicht grundsätzlich ausschließen, aber mit professioneller Vorbereitung minimieren. Er betont, dass das Unternehmen Eventlabor an einem guten Ruf in Bad Kissingen interessiert ist. Man wolle sich hier langfristig engagieren und ist auch bereits seit drei Jahren mit dem Holi-Open-Air in der ehemaligen US-Kaserne vertreten.