"Bramich Hopp auf", so der "Schlachtruf" der närrischen Gesellschaft, die an zwei Tagen dort agiert, wo sonst die Scheiben für die Luftgewehrschützen stehen und wo im Normalfall die Luft sehr bleihaltig ist. Ist in Premich Fasching angesagt, haben die Schützen kurzzeitig Pause. Es sei denn, sie tanzen mit in der Garde, beim Männerballett, oder steigen selbst in die Bütt.

Ein "Neigschmeckter"

Einer, der seit gut zehn Jahren in die Bramicher Bütt steigt, ist Paul Hartmann. "Dabei ist der Paul eigentlich ein "Neigschmeckter, ein Frömmer aus Lauter" wie Conferencier Reiner Schmitt über den ersten Büttenredner des Abends verrät.

Zwei Jahre hat Paul, der diesmal als "Emil aus der Schweiz" auftritt, pausiert. Nun ist er wieder seinem alten Kumpel Reiner Schmitt zuliebe in die Bütt gestiegen.

Jeder weiß, wer gemeint ist


Vieles, was für die Schweizer zutrifft, ist auch passend für die Bramicher, erklärt er, der nicht einmal ein aktiver Schütze ist, sondern nur das Leben im Ort sehr aufmerksam beobachtet, um dann daraus seine Büttenrede zu machen. Wen er gerade aufs Korn nimmt, den nennt er nicht namentlich, aber die Einheimischen wissen schon, wer gemeint ist. Wahrscheinlich wird er auch im kommenden Jahr wieder auftreten, "wenn es denn über die Bramicher was zu erzählen gibt".

"Der Bramicher Fasching ist einfach ein Highlight, da muss man mitmachen", so Thomas Edelmann, der erst nach der Pause seinen großen Auftritt hat, während die Purzelgarde und die "wild boys", die Jüngsten des Abends, mit ihren Tänzen die Sitzung eröffnen.

Dass es auch in Zukunft Faschingsveranstaltungen im Schützenhaus geben wird, bekräftigt Schützenmeister Alex Wehner, der an diesem Abend weder sportlich noch auf der Bühne aktiv wird. Heute ist der Chef der Schützen nur Servicekraft und verkauft belegte Laugenstangen, denn "die Faschingsveranstaltungen, egal ob nun Kinderfasching oder Faschingssitzung, sind für uns als Verein wichtig, schließlich kommt damit etwas Geld in die Vereinskasse und im kommenden Jahr stehen ja Umbauten an" sagt er.

Erst gegen Mitternacht betreten einige der aktiven Schützen die Bühne: Das von Katja Albert und Anja Schmitt einstudierte Männerballett ist Höhepunkt und Rausschmeisser des Bramicher Faschings in einem, denn "nach dem Männerballett kann nichts besseres mehr kommen" darin sind sich alle einig, egal ob nun Zuschauer, Aktiver oder Schütze.