Herr Freibott, wie lange sind sie schon auf der Bühne aktiv?
Andreas Freibott: Ich habe mit dem Männerballett des BGS (Biergenossen Steinach, Anm. d. Red.) angefangen. Das war vor zwölf Jahren, und mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich kann mich auch noch an meinen ersten Auftritt in der Bütt erinnern. Frank Schmitt fragte mich damals, ob ich Lust hätte, mitzumachen und ich sagte zu. Das war vor etwa acht Jahren. Damals war die Badesee-Diskussion noch in vollem Gange und so war der erste Auftritt "Beinwatch". Seitdem bin ich mit Frank fast in jedem Jahr auf der Bühne. Heuer habe ich zum vierten Mal die Eröffnungsrede gehalten.

Was macht am meisten Spaß an den Auftritten in der Bütt?
Mir macht es besondere Freude, die Thematik präzise auf den Punkt zu bringen und die Ereignisse des Jahres zu bündeln. Man kann durch die hintergründigen Bemerkungen Kritik anbringen und Hintergründe aufdecken. Dies ist unterm Jahr nicht unbedingt möglich, aber durch die sprichwörtliche Narrenfreiheit, die man als Redner besitzt, kann man Dinge erwähnen, die man so nicht sagen könnte.

Also frei nach Horaz: Lachend die Wahrheit sagen?
Genau so ist es. Das ist es, was in jedem Jahr immer wieder Freude macht.

Wo nehmen Sie die Ideen für die Büttenreden her?
Man sammelt über das ganze Jahr die Geschehnisse im Ort und der ganzen Marktgemeinde und macht sich Notizen. In einem Treffen sprechen dann die Akteure ab, was alles passiert ist und wer sich welche Themen herausgreift. So werden Wiederholungen vermieden.

Wie oft üben Sie für die Faschingssitzung?
Das ist unterschiedlich. In diesem Jahr hatte ich arbeitsbedingt nur wenig Zeit. Mit Frank habe ich unser Stück "Babywahn" vielleicht insgesamt zwei Mal geprobt. Wir beide kennen uns schon lange, und so ist es nicht schwer, auf der Bühne zu improvisieren.

Wie viel Zeit investiert das Team insgesamt in die Vorbereitungen?
Im Herbst laufen die Vorbereitungen an, man setzt sich zusammen, und die Themen der einzelnen Auftritte werden grob festgelegt. In diesem Jahr ging es um den Nachwuchs, der in Steinach ansteht. Es dauert schon einige Zeit, bis man die Reime für die Antrittsrede alle beisammen hat, ich mache das immer stückweise, meist zsuammen mit Frank. Eine besondere Herausforderung ist hier der Dialekt: Das Reimen gestaltet sich hier schon schwierig. Aber wenn man das Ergebnis sieht, ist man immer wieder froh.




Das Gespräch führte unser freier Mitarbeiter Björn Hein.