Während der Wunsch nach Prinzessin ungebrochen ist, scheint die "Rosenkönigin" nicht unbedingt der Renner zu sein.

Zwar hatten sich etliche junge Damen auf den Aufruf hin gemeldet und auch ein erstes Fotoshooting absolviert, den ersten "Catwalk" beschritten aber nur fünf von ihnen. Drei der Damen sagten kurzfristig ab oder kamen überhaupt nicht. "Viele befürchten, sie bekämen Beruf, Schule und die mögliche Wahl zur Rosenkönigin nicht unter einen Hut", so Tina Pfister, die die angehende Rosenkönigin und deren beide Prinzessinnen bis zur endgültigen Wahl seitens der Stadt Bad Kissingen begleiteten wird. Dabei sei die Wahl zur Rosenkönigin und das Drum-Herum eine große Chance für die "Kontaktjagd" der jungen Damen, wobei Frau Pfister mit "Kontaktjagd" natürlich nur die rein berufliche Seite meint.


Ein Kindheitstraum



Aber immerhin: Zumindest zwei der Mädels erklärten auf die Frage von Moderator Christian Schwarz, dass "Rosenkönigin ein lang gehegter Kindheitstraum sei". Und, als wolle Spielbankdirektor Otmar Lutz den jungen Damen Mut machen, stellte er fest, dass "in der ältesten bayerischen Spielbank die jüngsten und hübschesten Models flanieren".

Mit zwei Durchgängen, einmal im "Wohlfühloutfit" und einmal im Abendkleid, durften sich die Damen dann dem Publikum präsentieren, und gaben auf Fragen der amtierenden Rosenkönigin Andrea Wolf ein bisschen von ihrem Leben preis. Sie erzählten vor allem, warum sie sich als Rosenkönigin beworben hatten. So erfuhr das Publikum, dass Daniela England aus Hetzlos stammt und Rettungsassistentin werden möchte - und natürlich auch Rosenkönigin.


Mit Bandage vor der Kamera



Jessica Winkler aus Nüdlingen erzählte von sich, dass sie das Fotoshooting mit einem bandagiertem Fuß hinter sich brachte und sie daher als einzige nur im Portraitfoto erscheine. "Beim Tanzen umgeknickt und schon war's passiert", so erklärte die 19-jährige Verwaltungsfachangestellte ihr Missgeschick. Mit Marina Huppmann kommt eine weitere Thronaspirantin aus Nüdlingen. Ihr Abitur steht nächstes Jahr an, danach ein Studium als Tiermedizinerin und dazwischen das Amt der Rosenkönigin. So zumindest sehen die Pläne der 18-Jährigen aus.

Der Vater: Franz von Österreich; die Mutter: Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi. Unter diesen Vorzeichen ging Luisa Matthes in den Vorentscheid zur Rosenkönigin. Es waren aber nicht ihre Eltern, die beim Rakocyfest als Historische Persönlichkeiten von Kaiser und Kaiserin auftreten, sondern das gekonnte Repräsentieren, die sie letztendlich den Catwalk am Mittwochabend in der Bad Kissinger Spielbank ("Le Jeton") gewinnen ließ. "Seit meinem vierten Lebensjahr bin ich mehr oder minder bei fast jedem Rakocyfest aktiv mit dabei gewesen, da bringt mich nichts so leicht aus der Ruhe", erklärt die Kissingerin mit einem Augenzwinkern. "Lampenfieber ist mir fremd". Und das hat sie bewiesen. Moderator Christian Schwarz hat während des Schaulaufens verraten, dass Luisa eine Laufmasche an ihrer Strumpfhose entdeckte, aber absolut gelassen blieb.


Miteinander für Bad Kissingen



Ebenfalls "vorbelastet" mit historischen Eltern ist Kathrin Schädlich aus Münnerstadt. Ihre Eltern sind zwar "nur" Aktive beim Reiterswiesener Mittelalterverein, aber, vielleicht geht ja doch ein langgehegter Kindheitstraum in Erfüllung. Als die angehende Tourismusmanagerin mit ihrer Uni die Kurstadt besuchte, wurde sie direkt angesprochen, sich hier zur Wahl der Rosenkönigin zu stellen. Beim ersten "freien Voting" des Publikums erhielt zwar Luisa Matthes die meisten Stimmen - aber die eigentliche Wahl zur Rosenkönigin steht ja noch an.

Am kommenden Montag ist als Nächstes das offizielle Casting vor einer Jury und da werden dann (hoffentlich) alle fünf Damen wieder antreten. Nicht gegeneinander, sondern miteinander für Bad Kissingen. Dass die fünf sich gut verstehen, bewies auch die Tatsache, dass für Luisa schnell eine zweite schwarze Strumpfhose gefunden wurde. Spielbankdirektor Otmar Lutz fand dies so gut, dass er alle fünf Damen, und nicht nur die Siegerin Luisa Matthes, zum Essen ins Spielbankrestaurant "Le Jeton" einlud.