Die Kirmes ist aus dem Geröder Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Drei Tage wird gefeiert, getanzt und werden Sprüche geklopft. Traditionsgemäß machten sich die Ploburschen mit Traktor und Gespann auf, um den Kirmesbaum aus dem Wald zu holen. Nach einer durchzechten Nacht war es allerdings für den einen oder anderen Kirmesburschen schwer, aus den Federn zu kommen.

Mit vereinter Manneskraft und viel Unterstützung aus dem Dorf haben die Männer schließlich den Baum am Mittag bei strahlendem Sonnenschein im Bürgerhaushof aufgestellt. Für den Abend hat sich die Plojugend ein neues Konzept ausgedacht. Erstmalig gab es keine Livemusik. DJ Dom McLoud legte auf. Die bunte Musikmischung kam gut an, es wurde bis in die Morgenstunden gefeiert.

"Es macht einfach Spaß"


Die Stimme ist während des Kirmeswochenendes äußerst wichtig, schließlich möchte jeder die Kirmessprüche laut mitgrölen können. "Am Samstag hatte ich ein leichtes Kratzen im Hals", erzählt das diesjährige erste Kirmesmädel Nena Leitschuh, "aber das ging schon". Ihr Tanzpartner, mit dem sie nun die dritte Kirmes tanzt, ist Nico Roth. Er ist seit 1999 bei der Plojugend dabei und somit ein "alter Hase". Er ist der Erste, der zum zweiten Mal erster Plobursch ist, daher ist er auch überhaupt nicht aufgeregt: "Ich weiß, wo's lang geht", schmunzelt er.

Schon 2007 führte er mit seiner damaligen Tanzpartnerin Elena Schneider die Kirmes an. "Das ist jetzt meine vierzehnte Kirmes, zwanzig werde ich wohl nicht schaffen", erzählt der 27-Jährige. "Es macht einfach Spaß, die Stimmung unter den Jugendlichen ist gut", findet Nico Roth und seine Tanzpartnerin pflichtet ihm bei. "Das Wetter ist einfach klasse", schwärmt Leitschuh, woraufhin Roth keck antwortet: "Das hab ich für 500 Euro aus dem Neckermann-Katalog bestellt!" Die beiden sind, obwohl sie noch nicht lange miteinander tanzen, ein gutes Team.

Nach dem Festgottesdienst trafen sich die Kirmesmädels im Anschluss an den Frühschoppen bei Nena Leitschuh. Dort wurden sie dann von ihren Kirmesburschen abgeholt und es ging mit Musik zum Bürgerhaus, wo die 24 Pärchen einige traditionelle Volkstänze vorführten. "Bis zum Samstagabend war noch nicht ganz klar, wer den Kirmesspruch hält", erzählt Nena Leitschuh. Martin Scholz, der seit 2006 den Kirmesspruch vorträgt, war dieses Jahr ohne Tanzpartnerin und es war gar nicht sicher, ob er überhaupt noch bei der Kirmes mitmacht. Daher sollte ein anderer seinen Job übernehmen. Sein Bruder Daniel wäre für ihn eingesprungen, doch da sich ein Kirmesbursch am Samstag verletzte, war die 16-jährige Anja Feuerstein "frei". Kurzerhand tat sich Martin Scholz mit Anja Feuerstein zusammen. "Sie wollten mir erst gar nichts sagen", erzählt Feuerstein. Traditionell steht die Tanzpartnerin nämlich zur Unterstützung mit auf dem Dach, von wo der Kirmesspruch verlesen wird. "Ich bin sozusagen ins kalte Wasser geschmissen worden", lacht sie.

So ist Martin Scholz also ein weiteres Mal in die Rolle geschlüpft und hat den Spruch, der in den letzten Wochen von allen Kirmesburschen aus Geroda zusammengetragen und gereimt wurde, gewohnt gekonnt vorgetragen.