Die Abwassersituation für den Nordteil von Ebenhausen wird verbessert. Im Bereich des Bahnhofs werden ein Regenüberlauf- und ein Fangbecken gebaut. Auftraggeber ist zunächst die Gemeinde, da nur sie eine Förderung erhalten kann. Nach Abschluss gehen die Anlagen in den Besitz des Abwasserzweckverbands Obere Werntalgemeinden über.

Ingenieur Manfred Riegler vom Büro Wolfgang Müller IWM (Gochsheim) stellte dem Gemeinderat den Planungsentwurf, der zuvor bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt wurde, vor. Noch in den 90er Jahren sollten in Richtung Pfersdorf zwei Retentionsbecken entstehen, nachdem unmittelbar nach dem Bahngleis das Gewerbegebiet "Dreißigäcker" geplant war. Inzwischen liegt dieses Projekt ad acta, eine Fotovoltaikanlage befindet sich heute dort. Das Regenwasser versickert, muss also nicht mehr berücksichtigt werden.

Riegler legte gemäß der Abwassermengen aus dem Gebiet nördlich des Feuerwehrhauses das Neukonzept vor. Danach wird vor dem Bahnhof ein neuer Regenüberlauf, ein Meter lang und 2,6 Meter breit, gebaut. Von hier fließt das Abwasser in Richtung "Brennofen", um von dort durch die vorhandene Bahndurchpressung abzufließen. Dazu kommt unmittelbar an der Straße in Richtung Pfersdorf nach der Bahnbrücke rechts ein Regenüberlaufbecken. Es fasst 355 Kubikmeter. Tritt das Wasser über eine Schwelle, läuft es in einem 600-er Kanalrohr weiter zum "Nassgraben" in Richtung Poppenhausen. Dieses Fangbecken entsteht auf Gemeindegrund vor der bereits genannten Fotovoltaikanlage.

Genehmigung im November

"Der Regenüberlauf kommt auf 250 000 Euro, das Fangbecken auf 430 000 Euro zuzüglich der Technik, für die 142 000 Euro vorzusehen sind", erklärte Riegler weiter. Bis Ende November sollte die Genehmigung durch das Landratsamt einschließlich der Zustimmung des Wasserwirtschaftsamts vorliegen, um anschließend das Leistungsverzeichnis aufzustellen. Es folgen Ausschreibung, Submission zum 31. Januar 2014 und Umsetzung von März bis Ende Oktober 2014. "Bei den Bauarbeiten werden sich im Bahnhofsumfeld Verkehrsbeschränkungen nicht vermeiden lassen", ergänzte Riegler auf Frage von Claudia Landgraf.

Gerhard Fischer hakte zur Größe des Regenüberlaufbeckens nach: "Hat es genügend Reserven bei weiterer Bebauung?" Würden alle Flächen in Ebenhausen-Nord bebaut, dann wäre das Becken zu klein bzw. der vorhandenen Abflusskanal nicht groß genug dimensioniert, informierte Riegler. Billiger aber sei, den nachfolgenden Kanal gegen 800er Rohre auszutauschen als das Becken noch größer zu bauen.

Kommune streckt das Geld vor

Der Gemeinderat befürwortete das Planungskonzept. Die Kommune streckt die Baukosten vor und regelt die Förderung, ehe der Zweckverband, dem inzwischen das gesamte Abwassernetz gehört, den gemeindlichen Anteil rückerstattet.

Für die Baugrunduntersuchung werden drei Büros um Angebote gebeten. Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, in Absprache mit dem Abwasserzweckverband diesen Teilauftrag zu vergeben. Die technische Ausstattung übertrug das Gremium dem Ing.-Büro MSR-Plan aus Hofheim.