Der Herbst ist auch Pilzzeit und so streifen viele Pilzsammler durch die Natur um ihren Speiseplan zu bereichern. Berichte über Pilzvergiftungen wiederholen sich dann in jedem Jahr. Otmar Diez von der gleichnamigen Naturschule in Sulzthal beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit mit Wildkräutern, Heilpflanzen, natürlichem Gärtnern, Pilzen und einem Leben mit der Natur. Als freier Autor ist er für verschiedene Fachzeitschriften tätig. Er führte jetzt ein Pilzseminar für Einsteiger in der alten Grundschule in Ramsthal durch, bei dem er die angebotenen Seminarplätze mehrfach hätte vergeben können, weil die Nachfrage so groß war.

Methoden der Pilzerkennung

Sechzehn Teilnehmer aller Altersgruppen erhielten zunächst eine zweistündige theoretische Grundeinweisung in die Pilzkunde, bevor sie sich in den Wald begaben und Pilze sammelten. Die Ausbeute wurde dann im Schulungsraum ausgebreitet und nach verschiedenen Kriterien sortiert. Der Schulungsleiter erklärte sehr unterhaltsam die Merkmale und Methoden der Pilzerkennung in der Praxis und gab wertvolle Tipps zur Behandlung von Pilzen und deren Zubereitung. Einige Teilnehmer hatten bereits Erfahrung und steuerten Rezepte und Verarbeitungstipps bei. Diez gab auch Hinweise zum Verhalten beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung und konnte hier Beispiele darstellen. "Nicht immer bedeutet Bauchweh nach Pilzgenuss eine Vergiftung, manchmal liegt nur eine Unverträglichkeit vor." Er schilderte ein Erlebnis mit einer Familie, die wegen einer vermeintlichen Pilzvergiftung in verschiedene Kliniken ausgeflogen wurde und bei der sich die Aufregung als falscher Alarm herausstellte.

Eine eigene Pilzkultur

Auch das Anlegen einer eigenen Pilzkultur erläuterte der Referent an einem praktischen Beispiel. Mit der Schulung können die Teilnehmer nun sicher Pilze sammeln und das momentan große Angebot unserer heimischen Wälder genießen.