Mit Prozession und Gottesdienst gedachten viele Bewohner der schwierigen Lage, in der sich Oerlenbach wegen des Tanklagers im Zweiten Weltkrieg befand. 1946 hatte der Gemeinderat mit Bürgermeister Engelbert Hofmann - später über viele Jahre Landrat und Mitglied im Landtag - festgelegt, jährlich Gott an einem Sonntag im Mai der glücklichen Rettung vor größeren Schäden zu gedenken.

Diesem Auftrag kamen die Bewohner auch in diesem Jahr nach. Pfarrer Balthasar Amberg erinnerte an die Zeit, als sich der offene Dorfgraben, in den das Abwasser vom Tanklager geleitet wurde, entzündete und eine Feuersbrunst drohte. Außerdem mehrten sich gegen Kriegsende Bombenangriffe. Zum Glücke verfehlten die 1000 Abwürfe ihr Ziel und landeten nahe der Bahnlinie Richtung Bad Kissingen. In den vergangenen Jahren wurden die Gefahren wieder spürbar, als bei der Erschließung des Gewerbegebietes "Am Kreisel" noch 20 Blindgänger entschärft werden mussten.

Schließlich drohte beim Einmarsch der Amerikaner eine weitere Katastrophe, als einige Scheunen in Brand gerieten und nur durch die unerschütterliche Hilfe aller Bewohner die Flammen eingedämmt werden konnten. "Wir dürfen Gott danken, dass Oerlenbach so glimpflich davon kam. Denken wollen auch an die Menschen, die heute unter Krieg und Verfolgung leiden. Im Bemühen um Frieden und Freiheit dürfen wir nicht nachlassen", bat der Geistliche. Prozession und Gottesdienst gestaltete der Musikverein unter der Leitung von Klaus Münch. Mit dabei waren Bürgermeister Franz Kuhn und die Gemeinderäte sowie Fahnenabordnungen.