"Wir müssen in absolut Notwendiges investieren, sonst sparsam haushalten." Dieses Fazit zieht Robert Erhard (FWG Rottershausen), der Vorsitzende des Rechungsprüfungsausschusses. Dennoch: Trotz vieler Baumaßnahmen, die nicht alle abgeschlossen und abgerechnet wurden, sank die Pro-Kopf-Verschuldung auf 29 Euro.
"Bei der Prüfung haben wir einzelne Schwerpunkte gesetzt", fuhr Erhard fort. Beim Fuhrpark wurden die Reparaturkosten unter die Lupe genommen. Vor allem der VW Polo verursachte hohe Aufwendungen. Im Sinne der Wirtschaftlichkeit schlug der Ausschuss vor, im Investitionsplan Ersatzbeschaffungen für Polo, Waldschlepper und Kommunalfahrzeug einzuplanen.

Mit den Vorjahren wurden die Energiekosten verglichen: Beim Strom fehle noch die Abrechnung, so dass dieser Bereich im nächsten Jahr erfasst wird. Gesunken sind die Abwassergebühren, bedingt durch weniger Frischwasserverbrauch. Im Einzelnen sank von 2009 zu 2011 der Wasserverbrauch in der Schule von 417 auf 251 und in der Hegler-Halle von 467 auf 373 Kubikmeter. Die Gaskosten nahmen geringfügig zu. Die Photovoltaikanlage auf dem Schuldach übertraf die installierte Leistung und steigerte ihre Wirtschaftlichkeit.



Im Gemeindewald erbrachte das Brennholz 35 Euro und das Stammholz 82 Euro je Festmeter. Der prognostizierte Verlust von 65 000 Euro minderte sich auf 35 000 Euro dank besserer Verkaufserlöse und niedrigerer Reparaturkosten. "Wir regen an, den Brennholzeinschlag zu reduzieren und stattdessen in Selbstwerbung zu vergeben", gab Robert Erhard in der Sitzung weiter.

Erstmals befasste sich der Ausschuss mit den Grünanlagen einschließlich der Friedhöfe und Spielplätze mit insgesamt 16 500 Quadratmetern. Davon mussten 15 000 Quadratmeter gemäht und 1500 gehackt und geschnitten werden. Für die Friedhöfe wurden 800, für die restlichen Grünzonen 2200 Stunden eingebracht. Lohn- und Sachaufwendungen verursachten 103 500 Euro. "Jährlich nehmen die Grünflächen zu. Optimale Pflege können die Kräfte nicht mehr schaffen", folgerte Erhard. Auswege wären externe Vergabe von Teilaufgaben, Reduzierung der Mähfrequenzen, Einsatz von Aushilfskräften und Alternativen zu Grün wie per Schotter oder Magerrasen. Beim Friedhofsdefizit von 72 000 Euro sollte über eine Gebührenanpassung nachgedacht werden.
Eingehend untersuchte der Ausschuss die Baumaßnahmen. Zum Ortsmittelpunkt Eltingshausen legte die Gemeindeverwaltung Unterlagen vor. Aus den Maßnahmen griff der Ausschuss einige Posten heraus. "Die vom beauftragten Architekturbüro angeforderten Unterlagen zu Ausschreibungsergebnissen und Abrechnungen entsprachen nicht den Vorgaben. Ein Bautagebuch sowie Begründungen für Kostenmehrungen beziehungsweise -minderungen fehlten", bemängelte Erhard. Für die Verwaltung seien zusätzliche Aufwendungen entstanden, um die Zuschussunterlagen an das Amt für Ländliche Entwicklung einzureichen. Die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten wurden für 39 000 Euro vergeben und mit 42 000 Euro abgerechnet, die Zimmerarbeiten stiegen von 57 716 auf 59 000 Euro und die Dachdeckerarbeiten von 30 326 auf 30 849 Euro.

Gut sei die Sanierung der Sanitäranlagen in der Schule in Oerlenbach durch das Büro Hemberger gelaufen. Zeitplan und Kosten seien eingehalten worden. Gleiches gelte für den Ausbau der Birkenstraße in Rottershausen, geleitet vom Büro Kirchner. Millionenkredite - wie prognostiziert - mussten nicht aufgenommen werden, weil Projekte wie die Ortsdurchfahrt Oerlenbach noch nicht abgerechnet wurden. "In diesem Jahr werden unsere Rücklagen aufgebraucht. Die Zuschüsse sind weitgehend eingeholt. Kredite fallen an. Wir sind aufgerufen, mit dem anvertrauten Geld sparsam umzugehen und den Bewohnern klarzumachen, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können", rundete Erhard ab. Der Gemeinderat billigte einhellig die Jahresrechnung 2011 sowie die Entlastung von Bürgermeister und Verwaltung.


Die Finanzen von 2011 in Zahlen


Der Verwaltungshaushalt schloss mit 5 400 980,92 Euro, der Vermögensetat mit 3 702 299,32 Euro und der Gesamthaushalt mit 9 103 280,24 Euro ab. Dem Vermögenssektor konnten 714 390,36 Euro zugeführt werden, deutlich über dem Mindestanteil von 8112,34 Euro. In die allgemeine Rücklage flossen 460 362,43 Euro. Ende 2011 hatte die Gemeinde 146 362,43 Euro Schulden. Dies entspricht 29 Euro je Einwohner. Ende 2010 hatte man pro Kopf noch gut 30 Euro Schulden gezählt.