Wenn's qualmt, stinkt und zischt, dann ist Chemiestunde angesagt, so die landläufige Meinung. Dass es auch ganz anders gehen kann, das bewies einmal mehr das von Oberstudienrätin Birgit Eber geleitete P-Seminar am Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen.

Fast grenzt es ein bisschen an Zauberei und Hokuspokus, wenn plötzlich ganz normale Waschmittel "explodieren", wenn sich zwei glasklare Flüssigkeiten beim Mischen knallrot färben oder durch Erwärmen und Abkühlen ihre Farbe wie ein Chamäleon wechseln. Fridolin Saal, der im Augenblick die Q12 am Jack-Steinberger-Gymnasium besucht und nach dem Abi Chemie studieren möchte, fand die fast einjährige Vorbereitung für die Chemieshow ganz interessant.

"In der Planungsphase haben wir uns überlegt, welche Versuche wir publikumswirksam in die Rahmenhandlung einbauen, denn das Ganze soll ja wie eine Fernsehshow rüberkommen und die Zuschauer mitreißen." Dann verrät er noch, dass er von zwei Versuchen ganz fasziniert sei: zum einen die Chemoluminiszenz, bei der zwei Flüssigkeiten zusammen gegossen werden, die dann anfangen bläulich zu leuchten, und natürlich ein farbiger Feuerzauber, der dadurch zustande kommt, dass in Ethanol getauchte Pfeifenputzer in verschiedene Salze getaucht werden und dann beim Verbrennen verschiedenfarbige Flammen bilden. Das war der Höhepunkt der gut zweistündigen Show.

Mit Beamer und Projektor vergrößert

Versuche, die im Kleinen abliefen und eigentlich nur unter dem Mikroskop oder zumindest der Lupe zu beobachten waren, wurden mittels Beamer oder Overheadprojektor für das zahlreich erschienene Publikum stark vergrößert auf eine Leinwand projekziert.

"Die Chemie-Show haben die beteiligten Schülerinnen und Schüler im Lauf eines Jahres ganz selbstständig entwickelt", erläutert die Projektleiterin. "Ich bin nur für die Sicherheit zuständig und habe daher eigentlich immer nur von außen zugeschaut." Auch eine Doktorandin der Uni Würzburg war beteiligt. So hatten die Schüler des P-Seminars auch ihren ersten Auftritt in Freiburg bei einem Didaktikseminar. Von Auftritt kann im wahrsten Sinn des Wortes gesprochen werden, denn statt einer trockenen Schulstunde mit chemischen Experimenten lief das Ganze wie eine Fernsehshow mit Moderator und Gästen ab. Wissenswertes, Interessantes, Verblüffendes und manchmal sogar Spannendes aus dem Bereich der Chemie bringen die "Gäste" mit.