Mit 9126 arbeitslosen Menschen gab es 135 Betroffene weniger als im August, die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit nach der Ferienzeit nicht stärker abnahm, ist teilweise auf einen statistischen Effekt zurückzuführen: "Die höhere Arbeitslosigkeit in den Monaten Juli und August beruht zu einem erheblichen Teil auf der Tatsache, dass sich etliche junge Menschen nach dem Ende ihrer Ausbildung zunächst arbeitslos melden, da sie nicht in eine Beschäftigung einmünden. Teilweise, weil sie nicht direkt von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen wurden, teilweise aber auch, da sie beabsichtigen, nach den Ferien eine weiterführende Schule zu besuchen", erläutert Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

"In diesem Jahr lag der Schulbeginn nicht vor dem statistischen Zähltag im September, deshalb wurden die jungen Menschen, die auf den Schulbeginn warten, in diesem Monat noch als Arbeitslose erfasst." Im Vergleich zum Vorjahr, in dem dieser statistische Effekt ebenfalls auftrat, waren allerdings 386 Menschen mehr arbeitslos.


Mehr Übergänge in die Arbeit

"Dass wir in der Region Main-Rhön aktuell von einem Herbstaufschwung sprechen können, zeigt auch die Tatsache, dass im September mit 1000 Abmeldungen 145 Menschen mehr ihre Arbeitslosigkeit durch eine Arbeitsaufnahme beenden konnten als im August", stellt Stelzer ergänzend fest. "Auch wenn wir die Werte des Vorjahres nicht mehr ganz erreicht haben, damals waren es 94 Abmeldungen mehr, haben wir in der Region nach wie vor eine sehr gute konjunkturelle Situation."

Im Vorjahresvergleich mussten sich 72 Menschen weniger im Anschluss an eine Beschäftigung arbeitslos melden, im Vergleich zum August waren es allerdings 38 Betroffene mehr. Insgesamt waren es 1120 Zugänge aus einer Erwerbstätigkeit. Entsprechend des in der Region Main-Rhön hohen Anteils an Produktionsbetrieben kamen auch die meisten (253) Zugänge aus diesem Bereich, gefolgt von den Berufsbereichen Gesundheit und Soziales (181), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (168) sowie kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (117).


Fast 4000 offene Stellen

"Neben den Zu- und Abgängen ist vor allem die Situation bei den offenen Stellen ein wichtiger Indikator für die weitere konjunkturelle Entwicklung", betont der Agenturleiter. Im September wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 889 neue Arbeitsangebote gemeldet, 99 weniger als im Vormonat aber 98 mehr als vor einem Jahr. "Auch wenn es bei der Zahl der monatlichen Neuzugänge Schwankungen gibt, beim Bestand der offenen Stellen beobachten wir seit vielen Monaten nur eine Tendenz, nämlich einen stetigen Anstieg", so Stelzer weiter. Im November 2015 wurden erstmals 3000 gemeldete offene Stellen gezählt; dieser Wert wurde seitdem nie mehr unterschritten, und mit 3915 Angeboten wurde die Marke von 4000 offenen Stellen im September fast erreicht. Der Stellenbestand lag damit 31 Prozent über dem Vorjahreswert.


Besonders gesuchte Fachleute

Damit änderte sich auch wenig an der in vielen Bereichen kaum zu befriedigenden Nachfrage nach Fachkräften, insbesondere im Handwerk. Gesucht werden nach wie vor beispielsweise Elektriker und andere Handwerker, Kräfte im Gesundheitswesen, insbesondere examinierte Pflegekräfte, und unverändert Fachkräfte im Hotel- und Gaststättenbereich. Auch der Bedarf an Kraftfahrern ist deutlich höher als das Angebot an geeigneten Arbeitskräften.

Die Nachfrage im kaufmännischen Bereich ist deutlich geringer. Gute über die ursprüngliche
Berufsausbildung hinausgehende Fachkenntnisse erhöhen allerdings die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, erheblich. Im Produktionsbereich gibt es nach wie vor kaum unbefristete Arbeitsangebote, teilweise aber
Fristverlängerungen.

Seit dem Frühsommer pendelt die Zahl der Arbeitnehmer, für die vorsorglich Kurzarbeit angemeldet wurde, auf einem spürbaren, aber niedrigen Niveau um 1000 Betroffene. Im September waren es genau 1003 in 32 Betrieben. Darunter waren nur noch zwei Betriebe mit einer dreistelligen Anzahl an gemeldeten Beschäftigten.


Hoffnung auf "goldenen Oktober"

Der Oktober und auch noch der November sind in vielen Jahren die Monate mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Der statistisch erfasste Zeitraum liegt komplett außerhalb der Ferienzeit, es gibt noch keine witterungsbedingten oder saisonalen negativen Einflüsse. "Ich bin nach dem verhaltenen Start im September optimistisch, dass der Herbstaufschwung im Oktober und November noch etwas mehr Fahrt aufnimmt", hofft Stelzer auf einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den nächsten Monaten und ergänzt mit Blick auf das nicht mehr allzu ferne Jahresende: "Wenn dann auch der Dezember keinen ungewöhnlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen durch einen frühen Wintereinbruch beschert, werden wir auch auf 2016 als ein Jahr mit einem stabilen Arbeitsmarkt und einem ähnlich guten Jahresdurchschnitt bei der Arbeitslosenquote wie in den Vorjahren zurückblicken."