Das Sporthaus in Motten, noch wenige Minuten bis zum Beginn. Unter den Aktiven des diesjährigen Mottener Büttenabends herrscht Aufregung. Obwohl sie nicht auf der Bühne zu finden sein wird, ist auch Gabi Leinweber das Lampenfieber anzumerken. Ihr Name ist seit Jahren mit dem Mottener Fasching eng verbunden. Sie hält die Fäden in der Hand, wenn es um Programm und Besetzung für den Büttenabend geht.
Auf eine stattliche Stammgruppe kann die 49-Jährige inzwischen zurückgreifen und gibt nicht auf, "Neue" zu begeistern oder "Alte" zu motivieren. "Ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft", betont sie. Damit meint sie nicht nur die Akteure, sondern auch das Technikteam und die Dekorateure. Letztere haben die Mottener Narrhalla getreu dem Thema "Wilder Westen" in eine Filmkulisse à la Old Shatterhand und Winnetou verwandelt.
Dann geht es los.Bei den ersten Tönen von "Der Wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Motten an..." ist das Lampenfieber bei ziemlich allen verschwunden, es folgt ein vierstündiges Programm der Extraklasse. Moderator Matthias Müller hat sich in diesem Jahr nach "Gottschalk-Manier" mit Sabine Breitenbach eine reizende Assistentin gesucht. Mit Gesang und Witz heizen sie der Wild-West-Party so richtig ein.
Dass man mit seinem Spiegelbild eine richtig gute Unterhaltung führen kann, beweisen die Brüder Steffen und Jochen Link. Die Vorteile liegen für sie auf der Hand: Man hat es immer dabei und mit sich selbst versteht man sich immer noch am besten.
Monatelang wurde in Motten an der Brücke gebaut, der Verkehr auf der Hauptstraße lief mit Ampelregelung. Die Baustelle ist längst verschwunden, aber der Büttenabend bietet eine prima Gelegenheit, diese "Strapazen" einmal aufzuarbeiten. Das Dorfgeschehen präsentieren traditionell Ute Becker, Veronika Erb, Rudi Will, Kerstin Link und Günther Leinweber. Sie beweisen, dass so eine Ampel auch positive Seiten hat, erfährt man doch in den endlos lang gefühlten Rotphasen immer allerhand Neues aus dem Dorf.
Schließlich dürfte es die Mottener Bürger interessieren, wer die Kosten für die pompöse Hochzeit von Bürgermeister Jochen Vogel und Gattin Claudia im vergangenen Jahr übernommen hat. "Dos wird doch olles auf die Stross umgelegt", sind sich die Zweite Bürgermeisterin Ute Becker und Gemeinderat Rudi Will sicher.
Zum Glück versteht der "Gemeindehäuptling" Spaß. Das beweist er mit seiner alljährlichen Präsenz in der Mottener Bütt. Gleich vier Auftritte absolviert er als Abahatschi mit seinen Partnern Alex Büchner und Heiko Will. Dass Märchen nicht nur Kinder froh machen, zeigen die Mottener Karnevalisten immer wieder gerne. In diesem Jahr "reloaden" Katja Breitenbach, Anja Statt, Holger Porzelt und Thomas Statt die Geschichte der Rapunzel. Eine humorvolle Version des Märchens, die Oma Ute Becker ihren Enkelinnen Natascha Will und Verena Schneider vorliest.
In Zeiten von Facebook & Co. dürfte es eigentlich kein Problem sein, einen alten Bekannten wiederzufinden. Für Heinz Becker (Thorsten Möller) wird es aber eins, kann er sich nicht mehr richtig an dessen Namen erinnern. Da können ihm auch sein Sohn Stefan (Thomas Statt) und "es Hilde", in einer Paraderolle gespielt von Anja Statt, und auch ein Telefonbuch in der Telefonzelle nicht weiter helfen.