Die ersten Käufer werden ihre Wohnungen im neuen Wohnpark "Prinzregent Luitpold" in ein paar Tage beziehen können. Am Dienstag überzeugten sie sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Kay Blankenburg von der Fertigstellung der ersten von drei Stadtvillen mit jeweils zehn Wohnungen an der Schurzstraße.
Gar nicht abwarten kann es das Pensionärspaar Dieter (68) und Gerlinde Rieß (64) aus Pappenheim im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. In zwei Wochen erfolgt der Umzug in die 90 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung im zweiten Obergeschoss.
"Bad Kissingen hat uns angelacht", nannte sie als Grund für den Wohnungswechsel. Das medizinisch-therapeutische Angebot, Kultur und Landschaft sowie die sportlichen Möglichkeiten gaben den Ausschlag zum Wohnungswechsel. "Wir haben ein halbes Jahr nach einer seniorengerechten Wohnung gesucht, aber nichts in meiner Heimat gefunden." Der Wechsel nach Bad Kissingen fiel der gebürtigen Weißenburgerin und ihrem Ehemann, einem pensionierten Lehrer, ziemlich leicht, hatten sie doch beide ihre neue Heimat schon bei Kuraufenthalten ein paar Wochen lang auf Tauglichkeit testen können.
Keine große Umstellung bedeutet der Umzug in ihre 170 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Penthouse-Wohnung für Heinz (75) und Gerda Krausenberg (78) aus Aschach. Der frühere, ursprünglich aus Schwabach bei Nürnberg stammende Apotheker arbeitete insgesamt 32 Jahre in der Bad Kissinger Boxberger-Apotheke, davon elf Jahre als deren Pächter. "Unser jetziges Wohnhaus auf dem 2000 Quadratmeter großen Hanggrundstück ist wirklich nicht seniorengerecht", war auch für Krausen-bergs Anlass zum Wohnungswechsel. Vor allem die umfängliche ärztliche Versorgung in Bad Kissingen war für das Rentnerpaar entscheidend.
Bei der Schweinfurter Familie Knecht, die mit Vater Viktor (32), Mutter Ekaterina und den Kindern Sofia (2) und Niko (10 Monate) noch bis Januar auf ihre Eigentumswohnung in der im Bau befindlichen zweiten Stadtvilla gleich nebenan warten muss, hat der Ortswechsel rein berufliche Gründe. Der Elektromonteur muss täglich zu seiner Arbeitsstelle in Bad Neustadt pendeln. Mit dem Kauf der Eigentumswohnung im Wohnpark "Prinzregent Luitpold" verringert sich der Arbeitsweg immerhin um die Hälfte.
"Von den 20 Wohnungen der ersten zwei Häuser sind 15 verkauft", ist Gesellschafter und Geschäftsführer Stefan Schaible begeistert von der ungebrochenen Wohnungsnachfrage in Bad Kissingen. Nach Einweihung auch der dritten Stadtvilla, mit deren Bau kürzlich begonnen wurde, wird die Schaible-Immobiliengruppe in den dann vier Jahren ihrer Sanierungs- und Bautätigkeit an Pfalz- und Schurzstraße insgesamt 150 Wohnungen fertiggestellt und über 15 Millionen Euro investiert haben. Schaible: "Eigentlich wollten wir das dritte Haus im neuen Wohnpark als Ganzes verkaufen, werden jetzt aber die zehn Wohnungen wohl selbst behalten und vermieten." Im Internet steht dieses Haus noch für knapp 2,3 Millionen Euro zum Verkauf. Doch die Nachfrage nach Mietwohnungen sei unverändert groß, nannte Schaible als Grund für sein Umdenken. "Unser Projekt ist eine gute Investition: Bad Kissingen hat Zukunft."
Mit dieser Feststellung war Schaible ganz auf Seiten von Oberbürgermeister Kay Blankenburg. "Es macht Freude mit Ihnen zusammenzuarbeiten", dankte er Stefan Schaible und Projektleiter Alfred Jutt für deren Engagement in der Kurstadt.
Aktuell verzeichne Bad Kissingen einen leichten Bevölkerungszuwachs. "Das liegt an unserem Angebot und der guten Lebensqualität." Damit widersetze sich die Kurstadt dem allgemeinen Negativtrend der Region, so der Oberbürgermeister: "Bad Kissingen ist alles andere als strukturschwach."