Die Anliegen der Bad Kissinger Jugend sind breit gefächert. Die Vorschläge der Mitglieder des Jugendbeirates reichen von einer Spendenaktion über Verbesserung der Verkehrssituation in der Fußgängerzone bis hin zu Ausstellungen regionaler Künstler.

"Ich bin hier, weil ich es gerecht finde, dass wir darüber reden, was uns Jugendliche interessiert und das wir ein Mitspracherecht haben", sagt Nicolette Walczak (14), erste Sprecherin des Jugendbeirates. Dieser wurde erst im November per Internetabstimmung gewählt.

Mehrere Wahlgänge nötig

In der ersten Sitzung unter Leitung von Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) wählten die Mitglieder des Jugendbeirates ihre drei neuen Sprecher. Mit einem Wahlgang war es allerdings nicht getan. Zwei Stichwahlen und einen Losentscheid benötigte das Gremium bis ein eindeutiges Ergebnis feststand (siehe unten).

"Je mehr ihr euch vornehmt, desto intensiver wird es", gab Kay Blankenburg den Jugendlichen mit auf den Weg. Sie müssten sich aber auch darauf einstellen, dass sie an Grenzen stoßen werden. Doch die Jugendlichen sollen versuchen, ihre Freiräume zu nutzen.

"Ich glaube, man wird ernst genommen, wenn man es auch ernst meint", sagt der zweite Sprecher Kevin Bonegart (13). An Ideen mangelt es den Mitgliedern des Beirates generell nicht. Der Oberbürgermeister bekam viele Vorschläge zugetragen. Bei einigen Anliegen - wie der Regelung des Verkehrs in der Fußgängerzone oder einem Lebensmittelladen für den Stadtteil Hausen - stimmte Kay Blankenburg mit den Jugendlichen überein. Bei anderen musste er ihnen den Wind aus den Segeln nehmen: "Viele Entscheidungen sind nicht von uns beeinflussbar", sagte er im Bezug auf die Ansiedlungen von bekannten Mode-Labels. Dennoch ist das Thema notiert.

Besonders die Damenwelt hat sich auf diesen Wunsch fixiert. "Man muss zum Shoppen extra nach Schweinfurt fahren", sagt Nicolette Walczak. Sie und einige ihrer Mitschülerinnen wünschen sich ein Kleidungsgeschäft für junge Leute. Die männlichen Vertreter sprachen sich für ein Fast-Food-Restaurant in der Innenstadt aus, was jedoch ebenso nicht so einfach zu realisieren ist.

Verkehr und Musik

Bessere Chancen hat da - zumindest auf lange Sicht - die Verkehrsregelung. Nach Aussagen eines Beiratsmitgliedes fahren in der Fußgängerzone immer wieder unbefugt Autos, die zudem nicht auf die Fußgänger Acht geben würden. "Das ändert sich hoffentlich, wenn die Fußgängerzone neu gemacht wird", sagt Kay Blankenburg, "dann werden wir versenkbare Poller haben." Aber bis es einmal soweit ist, seien die aktuellen Mitglieder des Jugendbeirates wohl nicht mehr im Beirat vertreten.

Ein weiteres Thema, welches den Jugendlichen auf dem Herzen lag, war das Umsonst-und-Draußen Festival, welches heuer nicht zu Stande gekommen war. "Ich hoffe schwer, dass es wieder stattfindet", sagt Kay Blankenburg. Er wehrte sich gegen die Vorwürfe, dass das Festival in diesem Jahr nicht stattgefunden hatte, weil der Platz dafür doppelt vergeben worden war. Das sei nicht richtig. Der Verein habe es einfach nicht geschafft.

Bisher gut eingebracht

Die bisherige Arbeit der Jugendbeiräte trägt vielerorts Früchte. "Viele haben ihre Spuren hinterlassen", sagt Kay Blankenburg. Er verwies unter anderem auf den Beachvolleyballplatz im Kurpark. Auch die Erneuerung der Skater-Anlage an der Sinnberg-Grundschule und der Kinderstadtplan gehen auf die Initiative der Jugendlichen zurück.

Die Größe der Projekte spielt beim Engagement keine Rolle. "Oft sind es die kleinen Dinge, die die Menschen am meisten begeistern", sagt Christoph Stürmer, Leiter des Jugend- und Kulturzentrums, "es ist viel wert, wenn die Leute sehen: die machen etwas." Er freue sich riesig auf die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Die nächste Sitzung findet im Januar oder Februar statt.

Der Jugendbeirat der Stadt Bad Kissingen

Stimmberechtigte Mitglieder 1. Sprecherin: Nicolette Walczak, 2. Sprecher: Kevin Bonegart, 3. Sprecherin: Maja Chidescheli. Weitere: Philipp Kiesel, Laila Benkert, Lea Brettschneider, Stefan Czelustek, Timo Deppisch, Eugenia Dercho, Jan Hemmerich, Diana Resch, Artur Schulteis, Nicole Schulteis, Jan Brettschneider

Weitere ständige, nicht stimmberechtigte Mitglieder sind Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), Thomas Schneider (Jugendbeauftragter des Stadtrates) und Christoph Stürmer (Vertreter des Referates für Jugend, Familie und Soziales)

Aufgaben des Beirates sind unter anderem: Koordination der Interessen der Jugend, Beratung des Stadtrates und der entsprechenden Ausschüsse bei kinder- und jugendrelevanten Belangen, Durchführung und Begleitung von Veranstaltungen und Aktivitäten.

Mitbestimmung Der Jugendbeirat kann seine Verbesserungsvorschläge in Form von offiziellen Anträgen an Stadtrat und Verwaltung vorlegen.

Erreichbarkeit
kreitelbach@stadt.badkissingen.de
tobias@udkg.de
cstuermer@stadt.badkissingen.de