Ein Führungswechsel bei der Bäckerinnung Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld stand an. Anton Hesselbach übergibt nach zehn Jahren die Führung als Innungsmeister an Bäckermeister Ullrich Amthor aus Waltershausen im Rhön-Grabfeld.
Den Rahmen für die Verabschiedung bot das Innungsfest des Bäckerhandwerks in Waltershausen. Bei sonnigem Wetter trafen sich zu diesem Anlass die in der Innung organisierten Bäckermeister mit ihren Familien im Biergarten der Brauerei Lang. Die Laudatio hielt der neue Innungsmeister Ullrich Amthor.
In seiner Rede betonte Amthor die Schwierigkeiten des Handwerks heutzutage. Die Arbeit verschärfende EU-Richtlinien, wie zum Beispiel die umfangreiche und zeitraubende Dokumentationspflicht machen es dem Handwerk mit seinen Kleinbetrieben nicht einfacher. Er beklagte die aufwändigen Fragenkataloge der Berufsgenossenschaft genauso wie die mangelnde Unterstützung der Politik. Der Innungsmeister verglich den Wunsch der Bäcker mit dem Brexit, am liebsten aus der EU auszutreten, was aber ja nicht ginge. Deshalb sind die Kleinbetriebe und die Innung gefordert, selbst mit kleinen und kostengünstigen Insellösungen Hand anzulegen. Amthor verwies auf ein Beispiel aus seinem eigenen Betrieb, in dem er mit günstigen Standardprodukten aus der IT ein elektronisches Dokumentationssystem kostengünstig und erfolgreich in Betrieb nehmen konnte. Er lud seine Kollegen ein, dieses Lösungsmuster zu begutachten.
Es seien schwierige Zeiten, die man gemeinsam jedoch überbrücken könne, betonte Amthor in seiner Rede. Es gebe viele Beispiele, er nannte die Teilnahme an Brotprüfungen oder werbliche regionale Aktionen, die das Kleinhandwerk nachhaltig unterstützen können. Er verwies auf Aktionen der Unesco, die die deutsche Brotkultur unterstützen. Die Erinnerung an kommunale Unterstützung aus Hammelburg oder Bischofsheim in der Rhön rundeten seine Beispiele ab.
Ein Hauptprobleme ist und bleibt aber der mangelnde Nachwuchs in der Branche, was zwangsläufig noch zum Aus für manchen Bäckereibetrieb führen wird.
Amthor forderte Landratsämter und Bürgermeister zur Unterstützung der Handwerksbetriebe auf. Er selbst wolle mit seinen Kollegen Kurse und Hilfestellung auf Innungsebene anbieten und den Blick nach vorne richten. Er fordert mehr Eigeninitiative und glaubt nicht so sehr an Unterstützung aus München. Gerade die aktuelle Problematik mit der geforderten Umstellung auf neue Registrierkassen in den Betrieben zum Jahreswechsel habe gezeigt, dass die Bäcker in der Region hier alleine gelassen werden. red