von unserem Redaktionsmitglied 
Benedikt Borst

Der Stadtstrand hat im dritten Jahr den dritten Betreiber. Die Eventgastronomen Manfred Griebel aus Bad Neustadt und Joachim Krohn (Nürnberg) haben vom Stadtrat im Januar den Zuschlag bekommen und gestern offiziell den Vertrag unterzeichnet. Der in der Ausschreibung von der Stadt gewünschte Eröffnungstermin zum 1. Mai in drei Wochen ist für die neuen Betreiber damit nicht mehr zu schaffen. "Wir wollen Mitte Mai eröffnen", sagt Griebel. Alle nötigen logistischen Teile sind geordert. Ein wirtschaftlicher Nachteil entstehe aus der Verspätung nicht.

Drei Monate sind seit der Entscheidung des Stadtrats in nichtöffentlicher Sitzung bis zum Vertragsabschluss vergangen. Sowohl die Gastronomen als auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) versichern, dass die Verzögerung nicht an Unstimmigkeiten zwischen den Vertragspartnern gelegen haben. "Uns wurden keine Steine in den Weg gelegt", betont Krohn.

Warum also die lange Verzögerung? Gründe waren unter anderem vertragliche Details, wie die Begrünung der Wiese nach dem Abbau. Hier hat es im letzten Jahr Probleme gegeben. Die Fläche gegenüber dem Regentenbau liegt bis heute kahl und unansehnlich da. Ebenfalls länger gedauert hat die wasserschutzrechtliche Genehmigung durch das Wasserwirtschaftsamt. "Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass es auch im Juni noch Hochwasser geben kann", sagt Blankenburg. Die Aufbauten am Stadtstrand, also Strandhütte, Toiletten, mobile Küche, dürfen in einem solchen Fall den Abfluss der Saale und damit den Hochwasserschutz nicht beeinträchtigen.

Strandkörbe und Dünengras

Die Betreiber haben sich mit einem neuen Konzept beworben. "Es steht unter dem Motto: Saaleufer trifft Küstenstrand", erklärt Krohn. Die Optik soll angelehnt sein an Badestrände an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Statt Palmen gibt es Dünengras und Strandkörbe. "Wir wollen authentisch sein", sagt er. "Im Stadtrat sind wir damit auf offene Ohren gestoßen."

250 Liegewiesen sind geplant, dazu die Strandkörbe sowie ein 250 Quadratmeter großes Strandhaus, in dem sich der Thekenbereich befindet. Das Strandhaus soll zudem im September als Almhütte für ein Kissinger Oktoberfest genutzt werden. Nicht zum Konzept gehören Live- und Partymusik. "Da sehen wir nicht den Schwerpunkt", meint Krohn. Griebel ergänzt: "Die Gäste sollen in ruhiger, entspannter Atmosphäre die Zeit verbringen." Dennoch wollen die Veranstalter ein junges Publikum aus Bad Kissingen und der Region ansprechen.

"Es ist ein Konzept, von dem wir glauben, dass es gut funktionieren und eine Bereicherung für Bad Kissingen sein wird", kommentiert der Oberbürgermeister. Der Vertrag ist wie in den Vorjahren für eine Saison gültig.

Allerdings wird eine darüber hinaus dauernde Zusammenarbeit angestrebt. Blankenburg: "Wir wollen, dass es sich mit dem Konzept verfestigt." Die Gastronomen wiederum haben seit November nach eigenen Angaben 800 Arbeitsstunden und eine halbe Million Euro investiert. "Wir wollen langfristig am Standort Bad Kissingen bleiben. Es ist eine reizvolle Stadt", sagt Griebel.