24 Patienten hat Chefarzt Tadashi Makabe bereits in seiner neuen Akut-Geriatrie im St. Elisabeth-Krankenhaus behandelt: Zwischen 66 und 96 Jahre waren die 20 Frauen und vier Männer alt. Christel Schwertl aus Bad Kissingen gehört mit ihren 76 zu den jüngeren Patienten auf der neuen Station. "Mein Bein will noch nicht so richtig", berichtet die ehemalige Krankenschwester über ihre Krankheitsgeschichte: Anfang November bekam sie eine Hüft-Prothese.


Hilfe zur Mobilisierung

Nach Intensivstation und Chirurgie kam Christl Schwertl auf die Akut-Geriatrie. "Es geht um die Mobilisierung, wir wollen Frau Schwertl fit machen für eine Reha", berichtet Stationsleiterin Josefine Müller. Das weiß die Bad Kissingerin, die früher in der Heinz-Kalk-Klinik selbst Patienten betreute, durchaus zu schätzen: "Alle hier versuchen mir zu helfen, dass mein Bein wieder mir gehört."
"Diese Abteilung neu zu etablieren ist eine mutige und aus meiner Sicht richtige Entscheidung", freute sich Chefarzt Makabe bei der offiziellen Einweihung und Vorstellung der Akut-Geriatrie in dieser Woche. Ausgerichtet sei sie auf Menschen über 70, die an mehr als einer Erkrankung leiden. Dieser Markt werde schon alleine deshalb immer größer, weil die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen alle vier Jahre um ein weiteres Jahr steigt. Früher sei das durch Verbesserungen bei der Säuglings- und Kindersterblichkeit erreicht worden. "Heute wird die medizinische Versorgung der Über-65-Jährigen immer besser." Wichtig sei die gute fachübergreifende Zusammenarbeit innerhalb des Krankenhauses. Er als Neurologe sei angewiesen auf die Expertisen seiner Kollegen aus der Kardiologie, Chirurgie oder anderer Bereiche.
"Heute ist ein wichtiger Tag für das St. Elisabeth-Krankenhaus", kommentierte Geschäftsführer Sebastian Güldner die offizielle Einweihung. Er verwies darauf, dass die Bevölkerung insgesamt immer älter wird und dass das Durchschnittsalter schon jetzt im Landkreis zwei Jahre und in der Stadt Bad Kissingen sogar fast sieben Jahre über dem Bundesdurchschnitt liegt. Trotzdem gab es bisher nur in Schweinfurt und Bad Brückenau Akut-Geriatrien, in Bad Kissingen war bislang nur die geriatrische Rehabilitation vertreten.
"Viele ältere Menschen haben einen spezifischen Versorgungsbedarf", sagte Güldner. Bei der Akut-Geriatrie handle es sich um eine "Querschnittsabteilung", die dafür sorge, dass ältere Patienten entweder wieder entlassen oder weiter versorgt werden können. "Die Akut-Geriatrie ist kein Pflegeheim und ersetzt es auch nicht", stellte Güldner klar.


Kirchlicher Segen für die Räume

Bei einer Führung durch die Abteilung stellte Chefarzt Makabe Details vor, etwa die eigens angeschafften Niederflur-Betten, in denen niemand mit Gittern eingesperrt werden müsse: Sie werden einfach fast bis zum Boden gefahren und eine Matratze davor gelegt. Beim Rundgang waren auch Bürgermeister Toni Schick und der stellvertretetende Landrat Emil Müller dabei. "Ich bin hier geboren, da bedauert man natürlich den Verlust der Geburtshilfe", kommentierte er den Umbau der früheren Kreißsäle zu Therapieräumen für die Geriatrie. Deshalb sei auch die Freude über die neue Abteilung "nicht ganz ungeteilt".
Die evangelische Pfarrerin Christel Mebert und die katholische Klinikseelsorgerin Gabriela Amon baten um den Segen für die neue Abteilung, um Kraft und Geduld für Ärzte und Pflegepersonal sowie neue Perspektiven für Patienten, mit ihrer Krankheit umzugehen.

Station Die Akut-Geriatrie nahm am 1. Oktober ihren Betrieb auf. Chefarzt ist Dr. Tadashi Makabe, Stationsleiterin Josefine Müller. Die Station hat 20 Betten, wenn alle belegt sind, sind bis zu 17 Vollzeit-Stellen für die Pflege geplant.

Chefarzt Tadashi Makabe Makabe (48) wurde in Frankfurt am Main geboren, sein Vater ist Japaner. Nach seinem Medizinstudium in Frankfurt und Mainz absolvierte er eine Facharztausbildung zum Neurologen. Er baute unter anderem eine Palliativstation neu auf, zuletzt war er in Bad Bocklet in der geriatrischen Rehabilitation tätig. Dr. Makabe ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er lebt mit seiner Frau in Nüdlingen, vorher wohnte er in Münnerstadt, wo er Mitglied der Feuerwehr ist.

Haus Das St. Elisabeth-Krankenhaus, kurz "Eli", ist das größte Krankenhaus der Grund- und Akutversorgung im Landkreis. Gegründet wurde es 1949 von der Kongregation der Elisabethinerinnen. 2004 kaufte die Rhon-Klinikum AG das Unternehmen. 2007 kam die Hammelburger "OrthoClinic" hinzu. Beide Einrichtungen haben zusammen 550 Beschäftigte und 275 Krankenbetten. 2013 verzeichneten sie 14 000 stationäre Patienten und 43,4 Millionen Euro Gesamterlös. Im Februar 2014 gingen beide Häuser an die Helios-Gruppe über.

Träger Zur Helios Kliniken Gruppe gehören 111 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger, 52 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. Helios ist nach eigenen Angaben mit jährlich rund 4,5 Millionen Patienten und 5,2 Milliarden Euro Umsatz einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland.