Der Umzug hat sich noch nicht in Bewegung gesetzt, der Wagen der Kreuzritter ähnelt aber bereits einer Hüpfburg: es wird gefeiert, gesprungen und die ersten Bonbons fliegen durch die Luft. Drei Wagen, klein aber liebevoll gestaltet, umfassen den Faschings-Fuhrpark. Und etliche Narren und Zuschauer, die den Zug von Anfang bis Ende begleiten.

Natürlich dürfen auch in Oberwildflecken kleine Seitenhiebe nicht fehlen, erst recht wenn es sich um den "großen Bruder" handelt, dem das "Ober" im Namen abgeht. "Eskimos, Kreuzritter und Sportclub kämpfen für den Erhalt des Kindergartens", sagt Harald Huber, Vorsitzender des SCK Oberwildflecken und so etwas wie der Initiator des Umzugs. Er deutet auf die drei Wagen, die sich durchs Dorf schlängeln. Mit Eispickeln und Schwertern sind die Narren aber nicht bewaffnet, sie kämpfen mit Worten. Und Sprüchen. "Kindergartenanbau in Wildflecken ist Pflicht, nur für die Kinder in OWI reicht's wieder nicht", steht auf der Seite eines Wagens. Das Motto, den Kindergarten zu erhalten, will Huber aber nicht überbewerten. "Sticheleien gehören im Fasching doch dazu", sagt er, zuckt mit den Schultern und schüttelt gleich die nächste Hand.

Es gibt hier viele Hände zu schütteln für Huber. Zwar ist der Zug ein kleiner, die Stimmung aber ausgelassen und vertraut. Man kennt sich eben. "Unser Umzug ist klein, aber oho. Der Zusammenhalt ist prächtig", sagt Huber. Bei der Gestaltung der Wagen mische sich niemand ein, weder der Sportclub als federführender Verein, noch sonstwer: "Jeder hat freie Hand." Das wird auch 2013 wieder so sein, nur das Thema Kindergarten ist dann veraltet.