Selten ist die Innenstadt so voll, so voller Kinder und Jugendlicher, wie beim Kinderstadtmarkt. Am Sonntagnachmittag war es mal wieder so weit: Kinderflohmarkt und Spielstraße, Unterhaltung und Leckereien lockten Tausende aus nah und fern. "Es war wieder eine gute Werbung für unsere Einkaufsstadt Bad Kissin gen", war Heiko Grom, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen, mit dem Erfolg zufrieden.

Nein, Kinder gibt es auf dem Kinderflohmarkt nicht zum Schnäppchenpreis zu kaufen, wie ein Vater hinter seinem Verkaufsstand glaubhaft versicherte. Auch wenn bei flüchtigem Hinschauen der Gedanke aufkommen könnte: Meistens standen Erwachsene hinter den vollgepackten Tapeziertischen und ihre Kinder brav daneben. Sie schauten nur zu, wie andere Erwachsene die bunt gemischte Ware auf der Suche nach Schnäppchen durchstöberten.

Hin und wieder entdeckte man aber doch Kinder und Jugendliche als Verkäufer wie Lea Voll (14) aus Reiterswiesen und ihre gleichaltrige Freundin Kim Schmitt aus Roth, die sämtliche Schränke der eigenen Kinderzimmer, aber auch bei den Großeltern ausgeleert zu haben schienen. Von kleinen Vasen bis zu Kleidungsstücken war alles dabei. Schon nach einer guten Stunde hatten sie 50 Euro eingenommen. "Passt schon", lautete ihre Erfolgsmeldung. Viele erfahrene Schnäppchenjäger seien schon um 12 Uhr gekommen, also eine Stunde vor offiziellem Beginn.

Großes Verkaufsgeschick bewies die siebenjährige Amelie aus Windheim: Nicht hinter ihrem Verkaufsstand, den ihre Eltern bewachten, sondern davor auf der Straße präsentierte sie im dichten Gedränge ihre modische Jacke den Passanten. Nicht weniger erfolgreich war der Kissinger Maximilian Menz (10). Schnell hatte er viele seiner ausgedienten Spielsachen an den Mann oder das Kind gebracht.


Ablenkung gab's genug

Wer von den Kindern nicht selbst verkaufen konnte oder durfte, fand auf der zur Spielstraße umgestalteten oberen Von-Hessing-Straße allerlei Abwechslung, die sich bis in die Ludwigstraße hineinzog. Da konnte gemalt und gebastelt, aber auch Sport getrieben werden. Die Gürtel tragenden Taekwon-Do-Kämpfer der Kampfsportschule Fehrer präsentierten ihre Sportart auf offener Straße, während der SV Garitz interessierten Anfängern eine erste Übungsmöglichkeit bot.

Viel Mühe hatten sich die Vereine und Organisationen, die Stadtjugendarbeit und andere mit ihrem vielfältigen Angebot gemacht. Eine große Hüpfburg, ein Saftmobil, ein mobiles Kindercafé, ein Schminkzelt und ein paar Fahrgeschäfte rundeten das Angebot ab. Am Feuertürmle stand wieder die Showbühne, wo eine Zaubershow, das Mitmachtheater oder die Percussion-Gruppe der Bad Kissinger Musikschule für Unterhaltung sorgten. Einige Einzelhändler hatten sich Überraschungen für Kinder und Erwachsene ausgedacht.

"Der Altersdurchschnitt sinkt immer rapide am Kinderstadtmarkt-Sonntag", stellte Heiko Grom fest. Doch den Kaufleuten bringt dieser verkaufsoffene Sonntag nicht allzu viel, meinte er: Es gibt viel Ablenkung, viel zu sehen und die Eltern müssen auf ihre Kinder aufpassen. Da bleibt kaum Zeit zum Einkaufen. Grom: "Der Mantelsonntag bringt uns Händlern mehr."