Für einen Ort wie Nüdlingen ist es außergewöhnlich, dass jedes Jahr einmal hochkarätige Musiker zu einem Konzertabend in die Nüdlinger Werkstatt kommen. Diesmal waren es Maximiliane Schweda (Gesang) und Raphael Ophaus (Gitarre), die sich dem Publikum - etwa 100 Behinderte und Nichtbehinderte - präsentierten.
Die Organisation Live Music Now erfüllt das Vermächtnis des 1999 verstorbenen Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin: Musikalischer Hochgenuss sollte seiner Ansicht nach auch den Mitmenschen zugänglich sein, die normalerweise nicht in Konzertsälen zu finden sind. Yehudi Menuhin ging es außerdem um die Förderung junger, talentierter Künstler.

Als solche präsentierten sich die Sängerin Maximiliane Schweda und der Gitarrist Raphael Ophaus, die beide in Würzburg Musik studieren. Martin Denninger, der Leiter der Nüdlinger Werkstatt, sagte bei der Begrüßung: "Die Konzerte von Live Music Now, die in England ihren Ursprung hatten, sind auch zum festen Bestandteil in der Nüdlinger Werkstatt geworden." Man versuche damit, das Miteinander zu leben. In der Musik gebe es keine Barrieren. "Öffnen Sie Ihre Ohren und Ihre Herzen", forderte Denninger die Zuhörer auf. Sein Dank galt dem Personal der Werkstatt, das sich an dem Abend ehrenamtlich engagierte.

Mit klassischen Stücken des Komponisten Downland (Come Again und Unquiet Thoughts) leiteten die beiden Künstler das Konzert ein. Das Lebensgefühl der Renaissance kam darin zum Ausdruck. Im weiteren Verlauf wurden unter anderem Lieder von Franz Schubert (An die Musik, Heideröslein) oder Georg Friedrich Händel (Kammerkantate) zu Gehör gebracht. Die Interpreten erhielten für ihre Leistungen starken Applaus. Die Sängerin Schweda beeindruckte mit ihrer stimmlichen Kunst ganz besonders. Seine Fähigkeiten beim Gitarre-Spielen zeigte dann Raphael Ophaus bei mehreren Werken des Spaniers Fernando Sor. Mit dem volkstümlichen Lied "Die Brücke über den Main" wurde das Programm abgerundet.