Vor Erik liegen graue Steine. Sie sind so groß wie Fußbälle und haben eine grüne Moos-Haube. Die Erde dazwischen ist noch nicht ganz trocken. Auf 658 Metern Höhe weht pfeift ihm der Wind ins Gesicht. In dem Waldstück unterhalb des Berghaus Rhön riecht es nach dem Laub des letzten Herbsts. Erik stützt sich auf seinen Lenker, die Knie locker. Und ab. Er fokusiert durch die dunkeln Gläser seiner Sonnenbrille den Waldweg. Der fällt steil ab und schlängelt sich vorbei an Bäumen. Genau wie sie es gern haben, die Mountain-Biker, meint Jürgen Metz, Vater von Erik, Kreisentwickler, Arge-Geschäftsführer - und selbst Biker. Er findet, es sei allerhöchste Zeit, die Anhänger der Mountain-Bike-Szene endlich in die Rhön zu locken.

In einen Rundkurs integrieren

Erik und Jürgen Metz sind auf einem Teil des "Rhön-Rundweg 7" in den Schwarzen Bergen unterwegs. Der Abschnitt soll in einen der Rundkurse eingeflochten werden, die Jürgen Metz plant. Vor ein paar Wochen hat er den Wirtschafts- und Umweltausschuss des Landkreises mit seinen Ideen überzeugt. Neue Wege sollen für das Streckennetz nicht angelegt werden. Stattdessen will Jürgen Metz alte Routen reaktivieren. Er plant bestehende Radwander- und Mountainbikewege als Grundlage für die Touren. Geht es nach ihm, könnten schon in diesem Herbst die ersten Mountainbiker anreisen, um die Rhöner Pfade zu befahren.

Der "Hochbiker" soll das Herzstück des neuen Mountainbike-Wegenetzes bilden. Die fünf Landkreise der Arbeitsgemeinschaft Rhön (Arge Rhön) könnten wollen ihn gemeinsam an den Start bringen. Streckenweise verläuft die Tour parallel zum "Hochrhöner". Loslegen will der Kreisentwickler mit zwei Runden: die Nord- und die Südschleife. Später sollen weitere Wege angelegt werden. Extrabiketouren, Thementouren und Zubringer sind geplant. Es gebe viele Mountainbiker, die viel Geld in ihr Hobby stecken - ein wertvoller Tourist, dem Jürgen Metz die Rhön schmackhaft machen will. "In den letzten Jahren ist der Fokus auf die Wanderer gelegt worden. Den Mountainbike-Trend hat man verpasst", sagt er. Das will Jürgen Metz ändern. Und er weiß genau, was die Szene will.

Rhön attraktiver für Biker

Jürgen Metz fährt seit fünf Jahren. Mit seinem "Race-Fully" ist er schon durch einige Gebirge getourt. Am liebsten ist er in seiner Heimat, der Rhön, unterwegs. Jetzt will er die für Mountainbiker attraktiver machen. Die seien in den vergangenen Jahren anspruchsvoller geworden. Ein guter Weg bedeute wenig Asphalt und Schotter, schmale Pfade, natürliche Hindernisse, ein gutes Verhältnis von bergauf und bergab und drum herum eine schöne Landschaft. Die Voraussetzungen dafür in der Rhön: Perfekt! "Was den Bereich Mountainbike angeht, ist der Pfälzer Wald weiter", sagt Jürgen Metz. Dort könne man sich manches abschauen. Anderes gebe es widerum nur in der Rhön.

Man kommt leicht ins Schwärmen

"Wir können mit unserer Aussicht punkten." Getreu dem Slogan der Region "Land der offenen Fernen". Kulturelle und landschaftliche Besonderheiten und die Umweltbildung sollen eingebunden werden. Eine Schautafel zur Geologie, ein Tourenpunkt an einem Basaltsee - Jürgen Metz kommt ins Schwärmen. Er bremst sich nur kurz, als er über "Konfliktpotential" in seinem Konzept spricht. Jagdpächter, Naturschützer, Wanderer - er rechnet damit, dass nicht alle von ihnen seine Idee unterstützen.

"Ich gehe optimistisch ran. Es gibt so viele Regionen, in denen es funktioniert hat", sagt Jürgen Metz. Auch innerhalb des Biosphärenreservats habe man immer Lösungen gefunden, um verschiedene Interessen zu befriedigen. Am Ende gehe es immer darum, aufeinander Rücksicht zu nehmen. "Das wird den Kids schon beim Training eingebläut", sagt Jürgen Metz und nickt seinem Sohn Erik zu. Der trägt stolz seine rote Trainingsjacke mit dem schwarzen Schriftzug des Mountainbike-Team "Schwarze Berge". Sein Trainer Andreas Schubert vom Sportverein Geroda glaubt, dass die entstehenden Rundkurse noch viel mehr bewirken, als Touristen zu ködern.