Moritz Hüfner hat mit Kennerblick sofort den TEE-Zug und einige interessante Loks entdeckt. "Ich bin ein Eisenbahnfan", sagt der Jugendliche aus Untererthal. Er erzählt von der Modellanlage daheim auf dem Dachboden, die zurzeit erneuert werden soll. "Es ist ein Erbstück vom Opa", verrät der große Bruder Jannik. Auch Tizian, der kleinere Bruder aus dem Hause Hüfner, ist Feuer und Flamme für den Modellbau.

"Unsere Familie war immer schon begeistert von der Materie Eisenbahn, weil mein Schwager bei der Bahn beschäftigt ist", erklärt Vater Bernd Hüfner. Gleise und Weichen stehen jetzt auf der Einkaufsliste für die Erweiterung der Anlage. Berge, Tunnel, Brücken und Häuser sind ebenfalls im Blick.

"Ohne die fantastische Fürsorge des städtischen Marktleiters August Brendan wären wir längst nicht mehr hier", sagt Aussteller Willi Jäger. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Verkaufsumsätze abnahmen, so möchte man in keinem Fall auf die geschätzten Gespräche mit den Sammlern verzichten.

Die Sammler von Märklin, Fleischmann, Trix und anderen Marken sind zumeist schon im Seniorenalter. Beim Anblick alter Dampfloks, Schienen, Signale und Trafos lebt in ihnen die Erinnerung an die eigene Kindheit wieder auf. Es ist eher die Seltenheit, dass Jugendliche im Zeitalter von Computer und Handy an den altehrwürdigen Eisenbahnmodellen Gefallen findet.

Alles per Hand gesteuert

Sammler Andreas Remling aus Diebach: "Hauptsächlich in den Wintermonaten widme ich mich meiner Eisenbahnsammlung." Beim Spielen mit den alten Modellen könne das Kind im Manne den Alltag vergessen und völlig abschalten. Die moderne Eisenbahn-Elektronik ist bei Remling außen vor: "Ich will die Knöpflich lieber selber drücken." Die Züge auf seiner Anlage fahren noch alle handgesteuert. Remlings Sammlerherz schlägt höher, als er sich auf der Börse einige attraktive Stücke aus der Nähe anschauen kann.

Schon um sechs Uhr am Sonntagmorgen schloss Brendan den Ausstellern die Rathaustür auf. Die waren nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem Schweinfurter, Kitzinger und Frankfurter Raum angereist. Man kennt sich seit vielen Jahren. Es herrscht die Atmosphäre einer Großfamilie. Die Aussteller freuen sich, dass in diesem Jahr besonders viele Besucher auf der Börse zu sehen sind.

Bis die Tische an rund einem Dutzend Stände dekorativ bestückt waren, brauchte es schon einige Stunden. Entsprechend lange dauert auch der Abbau nach 16 Uhr. "Wir sind Liebhaber der Eisenbahnmodellwelt und treffen hier auf Gleichgesinnte", sagt Jäger. Erst viel später denke man an irgendeinen Profit. Oft werde auch bloß getauscht. "Ich bin froh, dass für unsere Modellbörse kein Eintritt wie zum Beispiel in Würzburg-Estenfeld genommen wird", dankt er der Stadt Hammelburg.