Die Leidenschaft zum Kochen verbindet Küchenchef Ewald Hupp vom Schloss Saaleck, den ehemaligen Schiffskoch Egon Schlott und die begeisterte Hobbyköchin Mona Thiel. Die Liebe zur Kunst lässt Schlott und Thiel aus Hutthurm bei Passau schon länger zusammenarbeiten. Mona Thiel malt Aquarelle, Egon Schlott widmet sich der Makrofotografie von Pflanzen.

"Elli, da mache mir was zam," verkündete Hupp der Leiterin des Stadtmuseums, Elfriede Böck. Gesagt, getan. Daraus entstand Anfang des Jahres die Idee zu einem Rendezvous von Kunst und Kulinarischem. Insgesamt 56 Werke sind nun in Hammelburg im Stadtmuseum und im Restaurant Schloss Saaleck zu sehen und dazu kann jeder darauf abgestimmte Menues bei Hupp genießen.

Bei der Vernissage am Freitag Abend begrüßte Museumsleiterin Böck die Gäste und erläuterte zusammen mit den Künstlern das Konzept der Ausstellung. Spontan dazugesellt als viertes hat sich noch guter Wein in limitierter Künstleredition. Die Winzerfamilie Schäfer aus Untererthal wählte einen 2012er Silvaner und ein Rotweincuvee aus dem Trautlestal. Das Etiketten zieren entweder ein gelber Sonnenhut oder roter Klatschmohn der Kunstmalerin Mona Thiel. Manfred Scheller hatte die Idee dazu. "Wein ist ein Naturprodukt und daher passen diese Bilder wunderbar zu unseren Weinen," stellte Julia Schäfer Wein und ihr Familienunternehmen vor.

Als limitierte Auflage können die Flaschen in der Herrenmühle oder im Restaurant Saaleck gekauft und genossen werden. Mona Thiel's Gemälde lassen der Phantasiewelt des Betrachters freien Lauf. Die scheinbar flüchtig skizzierten Farben und Formen der Blumen wirken beruhigend und machen neugierig, wie zum Beispiel die Irisblüten oder der rote Mohn, der durch Farbe begeistert. "Charakteristisch ist mein schneller Pinselstrich, den ich aus dem Bauch heraus setze. Mich inspiriert die Vielfalt der Sinnesreize aus der Natur, die von Blumen, Blüten und Pflanzen ausgehen," kommentiert Thiel. "Der Entstehungsprozess ist jedes mal ein Abenteuer. Nicht nur Farbe und Form, auch der Duft regen meine Fantasie an".

Etwas anders nähert sich Egon Schlott dem Farbenspiel der Natur. Wichtig ist dem Künstler, dass er nichts am Computer nachbearbeitet, die Aufnahmen alle so mit viel Geduld und Gespür für den Blickwinkel aufgenommen worden sind. Geringe Schärfentiefe, der oft nur an einem kleinen Punkt der Fotografie erzeugt, sind sein wichtigstes Stilmittel. Der Blick des Betrachters bleibt hängen, vertieft sich in die Fläche. Teile eines in gelb braun herbstlich gefärbten Blattes genügen, um eine weiche Stimmung zu erzeugen. Oder der Wassertropfen auf der Fichtennadel, in dem sich die Natur spiegelt. "Ich will dem Betrachter wohltuende Momente verschaffen," erklärt Schlott.

"So etwas Leckeres gibt es normalerweise selten bei uns bei einer Vernissage," bekennt Böck. Das Farbspiel der von Hupp gelieferten Tramezzini mit geräuchertem Lachs und grünen Wasabi-Kaviar vom Fliegenden Fisch garniert mit Ringelblumen, Wiesenschaumkraut und Kresse wetteiferte mit den syüßen Köstlichkeiten in pastell und gönnen dem Besucher den doppelten Genuss von Auge und Gaumen. Während der Sonderausstellung bietet das Restaurant Schloss Saaleck speziell auf das Thema Pflanzen abgestimmte Menues und dazu den Wein von Winzer Schäfer.