Die Trockenheit macht nicht nur der Landwirtschaft zu schaffen. Auf den beiden Golfplätzen im Landkreis Bad Kissingen wird zwar ständig gewässert, doch es fehlt das Wasser von oben für die optimale Versorgung der Anlagen.
"Man kommt einfach nicht herum", sagt der Pressesprecher des Golfclubs Bad Kissingen, Michael Weissenberger. Für den Platzmeister bedeutet die derzeitige Wetterlage nach Auskunft Weissenbergers viel Mehrarbeit. "Wir müssen sehr viel wässern, um den Platz zu erhalten", betont er. Doch die Mehrarbeit nimmt der Golfclub in Kauf. Denn man wolle den Gästen schließlich eine ansprechende Anlage bieten. Und ansprechend bedeutet beim Golfen, dass die Anlage sich in einem satten Grün präsentieren muss.
In Bad Kissingen steht für die Bewässerung ein Brunnen zur Verfügung. Dieser ist wichtig, doch ersetzt er den Regen nicht. "Wir können den Platz nicht den ganzen Tag wässern", erklärt dazu Michael Weissenberger.
Trotz aller Bemühungen ließe es sich nicht vermeiden, dass auch der Golfplatz, gerade an seiner Südseite, erste braune Stellen zeigt. Er als Golfer registriere die Trockenheit auch beim Schlagen des Golfballs. Trifft man diesen, wird oft auch ein Büschel Gras mit herausgerissen. Im Normalfall wird das Stück dann vom Spieler wieder eingesetzt und wächst an. Das sei momentan durch die Trockenheit sehr schwierig.
Der Greenkeeper des Golfclubs Maria Bildhausen spricht von "Stress auf hohem Niveau". Nicht einfach sei vor allem die Pflege der Grüns. Auf diesen Flächen ist der Rasen sehr kurz gehaltenen und dadurch sehr anfällig für Trockenschäden. "Man muss ständig aufpassen", sagt Michalk. Gerade bei der Hitze der letzten Tage würden sich ganz schnell Schäden zeigen.
Der erfahrene Greenkeeper weiß, dass die Golfplatzpflege im Süden Bayerns ein Kinderspiel ist im Vergleich zu der im Landkreis Bad Kissingen. Solche Probleme gebe es dort nicht. Michalk spricht aus Erfahrung, denn er hat früher selbst auf einem Golfplatz im südlichen Bayern gearbeitet.
In Maria Bildhausen steht wie auch in Bad Kissingen ein Brunnen zur Verfügung. Die Bewässerung erfolge professionell über eine Beregnungsanlage. Schwer erreichbare Außenbereiche müssten aktuell aber auch mit Tanks bewässert werden. Das gilt auch für die 170 Obstbäume, die vor vier Jahren in der Anlage gesetzt wurden Das bringt zusätzliche Arbeit; allerdings wird Michalk dadurch entlastet, dass heuer die Rasen- und Wiesenflächen der Anlage nicht so schnell wachsen und deshalb nicht so oft gemäht werden muss.

Wasserstände sind niedrig

Während die Natur nach nach Wasser lechzt, sieht die Wasserwirtschaft die Situation derzeit relativ entspannt. Frank Pilhofer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen betont, dass man noch nicht von einem ausgesprochenen Niedrigwasser sprechen könne. Allerdings sagt er, dass die Wasserpegel der Flüsse für die Jahreszeit deutlich zu niedrig sind. Derzeit seien die Wasserstände so, wie sie normalerweie nach trockenen Sommern im August, September oder Oktober anzutreffen sind.
Allerdings besteht für das Bad Kissinger Dampferle keine Gefahr, dass es bald auf dem Trockenen liegen wird. Dessen Fahrten sind nach Angaben Pilhofers nicht durch die Trockenheit gefährdet. Für einen ordentlichen Wasserstand sorge hier auch das Wehr der Lindesmühle.
Keine Auswirkungen hatte Trockenheit bislang auf das Grundwasser. Die Grundwasserstände würden nur sehr langsam auf Trockenphasen reagieren. Bis es darauf Auswirkungen habe, brauche es zwei oder drei wirklich trockene Jahre, sagt Pilhofer.