An der Ortsdurchfahrt Oerlenbach, die bisher mühelos jeden Wettbewerb um den schlechtesten Fahrbahnbelag gewonnen hat, sind die Arbeiten mit dem Bau des Kreisverkehrs und der Neugestaltung der Heglerstraße schon weit fortgeschritten.
"Wir können auch in diesem Jahr die Erhaltungsrückstände weiter abarbeiten", sagte Holger Bothe, Chef des Straßenbauamts Schweinfurt, "weil der Freistaat Bayern die Mittel für den Straßenerhalt deutlich erhöht hat. Damit ist der Druck ein bisschen weg." Die Bürgermeister wüssten natürlich, dass sich nicht immer alle Wünsche gleichzeitig erfüllen lassen. "Aber es ist uns in Absprache mit dem Landratsamt gelungen, die Wunschkataloge aus dem Gemeinden im Wesentlichen zu berücksichtigen." Frustrierte Bürgermeister, die mal wieder nicht zum Zuge gekommen sind, dürfte es in der augenblicklichen Situation eigentlich nicht geben.
So sind viele kleinere, punktuelle Maßnahmen im gesamten Landkreis geplant, die den Autoverkehr nicht nachhaltig behindern werden. Die größeren Maßnahmen, die zu Umleitungen und Einschränkungen führen werden, beginnen im Frühjahr mit der Erneuerung der Fahrbahn und der Straßenentwässerung zwischen Kothen und Motten. Die Maßnahme an der B 27 wird in zwei Bauabschnitte zu 800 Meter unterteilt, damit die Wartezeiten an den Ampeln nicht zu lang werden und soll im Herbst 2014 fertig sein. Veranschlagt sind 1,6 Millionen Euro.

Gehwege für Motten


Mitte des Jahres rücken die Bautrupps an, um die Ortsdurchfahrt Motten auf 1,4 Kilometern zu erneuern und fehlende Gehwege anzulegen. Auch die Maßnahme dauert zwei Jahre. Die Kosten von 2,9 Millionen Euro teilen sich der Bund (2,3 Millionen Euro) und die Gemeinde (600 000 Euro).
"Entflechtung des Verkehrs, Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger" ist ein Projekt überschrieben, das den Bauausschuss des Bad Kissinger Stadtrates schon vor drei Jahren beschäftigt hat. Hinter dem Titel verbirgt sich der Bau eines Radweges am Westring (B 286) hinauf bis zur Abzweigung der Straße nach Poppenroth und weiter nach Bad Brückenau (St 2291). Knackpunkt war die Überquerung der Staatsstraße zum Anschluss an den weiterführenden Radweg nach Albertshausen. Die 3,2 Kilometer lange 700 000 Euro teure Strecke soll zwischen Herbst 2012 und Ende 2013 fertig gestellt werden.
Die Brückenauer müssen sich auf eine einjährige Bauzeit einstellen, wenn ab Herbst die B 286 im innerstädtischen Bereich auf 740 Metern erneuert und die Ableitung des Schichtenwassers neu gefasst wird. 900 000 Euro wird die Maßnahme kosten. Zur selben Zeit wird auch der schon lange ins Auge gefasste Ausbau der Diebacher Ortsdurchfahrt in Angriff genommen. Auch hier fehlen noch einige Gehwege. Bis Ende des Jahres soll die 400 000 Maßnahme abgeschlossen sein.

Tragfähigkeit wird erhöht


Mit einigen Unannehmlichkeiten müssen auch die Hammelburger vom Herbst 2013 bis Ende 2015 rechnen, denn in dieser Zeit wird die westliche Saalebrücke bei Hammelburg neu gebaut, wie Alexander Schlegel, Leiter der Schweinfurter Planungsabteilung sagt: "Die Brücke, die in den 60er Jahren gebaut wurde, hat die Grenze ihrer Nutzungsdauer erreicht und weist erhebliche Schäden auf." Außerdem soll die Tragfähigkeit der Brücke als Hauptverbindung zwischen Stadt und Lager Hammelburg erhöht werden. 6,5 Millionen Euro sind für den Neubau angesetzt.
In weiter Ferne ist der Bau der B 286 neu, mit der Bad Kissingen schon seit vielen Jahren im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit direkt an die A 71 angebunden werden soll. "Beginn frühestens 2015" steht in der Liste der Maßnahmen. 15 Millionen Euro hat das Straßenbauamt dafür in seine Finanzplanung eingestellt. Vor kurzem haben die Schweinfurter eine Planung an das Berliner Verkehrsministerium zur Begutachtung geschickt. "Wir hoffen, dass wir bis Mitte des Jahres eine Antwort aus Berlin bekommen", sagt Alexander Schlegel, Leiter der Planungsabteilung. Erst dann können seine Leute an den endgültigen Vorentwurf gehen, der natürlich dann auch erst wieder durch die Instanzen wandern muss, bis er zum offiziellen Entwurf und dann zum Plan werden kann.

Über den Landkreis hinaus


Über die Landkreisgrenze hinaus führt der Ausbau einer Straße, die aufgrund ihrer Linienführung und ihres Zustandes verhältnismäßig unfallträchtig ist: Bei der Ortsverbindung zwischen Maßbach und Rothhausen werden die Kuppen und Kurven abgeflacht, die Fahrbahn insgesamt verbreitert und die Entwässerung nachgebaut . Die Baustelle wird im Frühjahr 2013 eingerichtet und bis zum Ende des Jahres wieder abgebaut. 900 000 Euro kostet die 3 Kilometer lange Strecke.
Nicht im Landkreis angesiedelt, aber auch aus Kissinger Sicht nicht uninteressant sind die Pläne des Straßenbauamts, die B 286 auf 4,3 Kilometern zwischen Schweinfurt und Schwebheim vierspurig auszubauen, um die Überholsituation zu entschärfen. Deshalb sollen auch bei Gerolzhofen Überholspuren angelegt werden, was die Erreichbarkeit der A 3 deutlich verbessern kann.