"Horn auf - blast an!" - mehrfach ertönte im Hof von Schloss Aschach die Anweisung des "Hornmeisters", mit der die Jagdhornbläser ihr Instrument ansetzten und z. B. den "Hubertusmarsch" ertönen ließen. Anlass war das 50-jährige Jubiläum der Kissinger Jagdhornbläser, das mit einem bunten Festprogramm ausgeschmückt war, jedoch am Sonntag unter den schlechten Wetterbedingungen litt.
Im Oktober 1964 wurde die Idee geboren, eine Jagdhornbläser-Gruppe zu gründen und damit jagdkulturelle Traditionen zu pflegen. Bereits im Februar 1965 kam es zum ersten Auftritt, und seitdem ist die 29-köpfige Truppe - einschließlich zweier Damen - integrativer Bestandteil des Jägervereins Bad Kis singen 1927 e.V. Das Festprogramm begann am Samstag mit Begrüßung von Dr. Helmut Fischer, dem Vorsitzenden des Jägervereins, und dem Festbetrieb im Innenhof von Schloss Aschach. Ein Höhepunkt war das große Hornbläserkonzert mit acht Solo-Hornisten aus München und einer Alphorn-Bläsergruppe.
Der Sonntag begann mit einer Hubertusmesse, die von Pfarrer Michael Kubatko zelebriert und von den Jagdhornbläsern begleitet wurde. Im Rahmen der Messe wurde der Verstorbenen gedacht. Dabei war auch die neu gegründete Es-Parforcehorngruppe, die nicht nur die liturgische Musik beisteuerte, sondern ihren ersten öffentlichen Auftritt unter der Leitung von Veronika Hümpfer mit Bravour absolvierte. Die feierliche Atmosphäre im Innenhof wurde von dem einsetzenden Regen nicht gestört: Musikanten, Ministranten, Pfarrer und 300 Gäste trotzten dem Wetter mit aufgespannten Regenschirmen.
Viele der Gäste wohnten den anschließenden Ehrungen bei, die ebenfalls im Freien durchgeführt wurden und die eins bewiesen: "Jetzt wissen Sie, warum die Jagdhornbläser einen Hut tragen", sagte Dr. Helmut Fischer jun. zur Begrüßung. Er blickte kurz zurück auf die 50 Jahre, in denen die Jagdhornbläser "als Botschafter vertonter Jagdkultur" nicht nur im Altlandkreis Bad Kissingen zu hören waren. Grußworte kamen von MdL Sandro Kirchner (CSU), der lobende Worte für die vertonte Brauchtumspflege fand. Enno Pienning, Vize-Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) und Vorsitzender des Unterfränkischen BJV-Kreisverbandes, übermittelte die Grüße des bayerischen Dachverbandes und würdigte die Öffentlichkeitswirkung der Jagdhornbläser, die mit ihren Auftritten den Einsatz der Jäger für Wild und Natur unterstreichen. Gleiches tat auch Jürgen Weißmann, der ebenfalls im BJV-Präsidium vertreten ist. Zusammen nahmen sie die Ehrungen der Gründungsmitglieder vor: Als besondere Ehrung erhielt Alfons Hümpfer, der seit 22 Jahren "Hornmeister" und stellvertretender Vorsitzender des Kissinger Jägervereins ist, das Jagdhornbläser-Ehrenzeichen in Gold. Die gleiche Auszeichnung erhielt auch Ewald Lutz, der seit 50 Jahren stellvertretender Hornmeister ist und bescheiden aus dem Hintergrund viel zum Erfolg der Bläsergruppe beigetragen hat.
Der weitere Verlauf des Festprogrammes wurde stark vom Wetter beeinflusst. Zum musikalischen Höhepunkt trafen zusätzlich fünf Bläsergruppen im Aschacher Schlosshof ein, die gemeinsam mit den Kissingern z. B. "Sammeln der Jäger, "Aufbruch zur Jagd" oder "Auf Wiedersehen" spielten. Hierzu begrüßen konnte Alfons Hümpfer die Jagdhornbläsergruppen aus Schweinfurt-Stadt und -Land, Bad Neustadt und Bad Brückenau sowie die Schweinfurter Parforcehornbläser. Jede dieser fünf Gruppen - teils mit großartigen Erfolgen bei bayerischen Landeswettbewerben - überzeugte auch mit Wahlstücken wie "Waidmannsheil", "Schützenmarsch", "Testliener Jagdmarsch" oder der "Königsfanfare". Ergänzt wurde der Festbetrieb durch eine Jagdhundevorführung auf der Schlosswiese, den Abschluss bildete nochmals ein musikalischer Gruß des Jägervereins Bad Kissingen.

50 Jahre Walter Müller, Werner Kleinhenz, Rudolf Hein, Karl Schlereth und Ewald Lutz erhielten die Treuenadel in Gold und Ehrenurkunde

Jagdhornbläser-Ehrenzeichen Gold Alfons Hümpfer, Ewald Lutz