Bei der Durchsuchung der Wohnung eines Mannes aus dem Landkreis Bad Kissingen waren auf seinem Computer und auf externen Festplatten Bilder und Videos mit sexuellen Handlungen von und mit Minderjährigen gefunden worden. Die Beamten fanden über zehn Stunden Videomaterial.
Zuvor war das BKA Wiesbaden sowohl von der Toronto-Police als auch von US-Polizeibehörden auf Kunden von Internetseiten kanadischer Anbieter von Kinderpornografie hingewiesen worden. Ein deutsches Gericht hat gegen die Abnehmer in Deutschland dann entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse erlassen.

Täter kommt glimpflich davon

Nun wurde der Fall vor Gericht verhandelt. Ergebnis: Eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und eine Geldstrafe von 2000 Euro. Einen etwaigen Wohnortwechsel muss der Angeklagte dem Gericht unverzüglich mitteilen. Zudem muss er nachweisen, dass er sich einer Psychotherapie unterzieht. Bei der Therapie wird dann vielleicht auch die Frage geklärt, die Richterin Susanne Wasserbauer auf der Seele lag: "Wieso ausgerechnet Kinder?" Darauf wusste der Angeklagte vor Gericht keine Antwort. "Es gibt genug Portale, auf denen man sich pornografische Inhalte mit Erwachsenen ansehen kann", fügte die Richterin hinzu. Doch auch dazu äußerte sich der Mann nicht. Die Richterin führte dem Angeklagten noch einmal vor Augen, warum seine Tat so schwer wiegt: "Sie sollen überlegen, was das für die Kinder bedeutet", sagte sie. Diese werden schließlich zu den sexuellen Handlungen gezwungen. Teilweise würden sie unter Medikamente gesetzt, um ihre Schmerzen zu lindern und sie gefügig zu machen.
Die Bewährungsdauer beträgt drei Jahre. In dieser Zeit darf sich der Angeklagte nichts zu schulden kommen lassen. "Wenn sie wieder so einen Schweinkram runterladen, ist die Bewährung futsch", mahnte die Richterin. Natürlich auch dann, wenn er sich nicht an die übrigen Bewährungsauflagen halte. Weiter soll sich der Angeklagte unverzüglich um einen Termin bei einem Psychotherapeuten bemühen. "Machen sie das jetzt", forderte ihn Richterin Wasserbauer auf. Die Praxen der Psychotherapeuten seien total überlaufen. "Das ist ganz ganz wichtig für sie", betonte die Juristin. Der Angeklagte sicherte zu, dass er sich darum kümmern wird. Bisher habe er das aufgrund seiner Erkrankung nicht getan. Der Mann leidet seit längerem an einem wiederkehrenden Magentumor und einem Augenleiden.
Zu Gute kommt dem Mann, dass er nicht vorbestraft ist und sein Vergehen wohl bereut. "Ich kann mich nur entschuldigen", sagte er schließlich.

Urteil akzeptiert

Der Staatsanwalt stufte das Geständnis als glaubhaft ein. Der Computer des Angeklagten sowie die Festplatten wurden einbehalten. Das ausgesprochene Urteil nahm er an.